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Im Studium : Lehrer lernen zu wenig über sexuelle Bildung

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Sexualkundeunterricht mit Anschauungsmaterial Bild: dpa

Sexualkunde ist fester Bestandteil des schulischen Lehrplans. Doch die Lehrer fühlen sich in der Aus- und Weiterbildung mit dem Thema allein gelassen, wie eine neue Studie zeigt.

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          Sexuelle Bildung und Prävention von sexualisierter Gewalt findet in der Aus- und Fortbildung von Lehrkräften und im schulischen Alltag viel zu wenig Beachtung. Das geht aus den Ergebnissen des bundesweiten Forschungsprojekts „Sexuelle Bildung für das Lehramt“ (SeBiLe) der Universität Leipzig und der Hochschule Merseburg hervor, die am Montag in Leipzig vorgestellt wurden. Die kaum vorhandenen Angebote beschränkten sich demnach in erster Linie auf biologische Aspekte von Sexualität und die Wissensvermittlung zu Fragen der Verhütung.

          „Etwa 70 Prozent der Lehrkräfte haben Schwierigkeiten, passende Fortbildungen zu Themen der sexuellen Bildung und zur Prävention sexualisierter Gewalt zu finden“, berichtete Prof. Barbara Drinck von der Universität Leipzig. Viele der befragten Lehrkräfte wünschten sich interaktive Fortbildungen mit Möglichkeiten, das Erlernte direkt zu erproben.

          In der Online-Befragung wurden insgesamt 2771 Studierende auf Lehramt, Personen im Referendariat und schulisch tätige Lehrkräfte erreicht, wovon 1866 vollständig ausgefüllte Fragebögen in die Auswertung eingingen. „Damit ist die vorliegende Erhebung in Umfang und Ausmaß die erste ihrer Art und liefert wichtige und vor allem aktuelle Hinweise auf die Qualifizierungsstände von zukünftigen und aktiven Lehrkräften“, erläuterte Prof. Heinz-Jürgen Voß von der Hochschule Merseburg.

          Lediglich 20 Prozent der Befragten gaben an, während des Studiums auch zu Inhalten sexueller Bildung ausgebildet worden zu sein. Von Angeboten zur Prävention von sexualisierter Gewalt profitierten acht Prozent. Im Gegenzug dazu sahen es 87 Prozent der befragten Lehrkräfte und 91 Prozent der befragten Studierenden als ihre eigene Verantwortung, im schulischen Alltag Inhalte sexueller Bildung zu vermitteln.

          Aufbauend auf die Studie wurde ein Curriculum mit Inhalten sexueller Bildung und zur Prävention sexualisierter Gewalt für das Lehramtsstudium entwickelt. Dies wird aktuell an der Universität Leipzig in der Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern erprobt und evaluiert. „Perspektivisch soll das Curriculum Pilotwirkung haben und bundesweit für andere Universitäten einsetzbar werden“, sagte Voß.

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