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Kultusminister einig : Abiturprüfungen sollen stattfinden

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Mit Hilfsmitteln aller Art: Rostocker Schüler beim Englisch-Abitur in diesem Frühjahr Bild: ZB

Deutschland nähert sich einer einheitlichen Lösung beim Abitur. Die Kultusministerkonferenz hat sich für landesweite Prüfungen ausgesprochen, Schleswig-Holstein hat seinen Sonderweg der Abitur-Absage zurückgenommen.

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          Die Abiturprüfungen sollen ungeachtet der Corona-Krise wie geplant stattfinden. Zum jetzigen Zeitpunkt sei eine Absage von Prüfungen nicht notwendig, erklärte die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Stefanie Hubig (SPD) aus Rheinland-Pfalz am Mittwoch nach einer Telefonkonferenz der Minister. Die Schüler könnten in diesem Schuljahr ihre Abschlüsse erwerben, „soweit dies aus Infektionsschutzgründen zulässig ist“.

          Die Länder gehen bislang sehr unterschiedlich mit der Frage um, wie die Schüler das Abitur angesichts der Corona-Pandemie erlangen können. So begannen beispielsweise in Hessen und Rheinland-Pfalz bereits die Abiturprüfungen, während Bayern und Baden-Württemberg die Prüfungen verschoben.

          Auf zum Teil offenen Widerspruch stieß der Vorstoß aus Schleswig-Holstein, womöglich auf Abschlussprüfungen zu verzichten. Nach der Konferenz erklärte die schleswig-holsteinische Bildungsministerin Karin Prien (CDU) dann, die Abiturprüfungen würden wie geplant vom 21. April an in ihrem Land stattfinden.

          Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) sagte im Anschluss an die Telefonkonferenz: „Wir haben uns darauf verständigt, dass Stand heute eine komplette Absage der Abiturprüfungen bundesweit nicht in Frage kommt. Die schriftlichen Abiturprüfungen werden grundsätzlich stattfinden, und alle Länder halten an ihren Terminsetzungen fest.“ Sämtliche Länder bereiteten sich aber auch auf andere Szenarien vor, um notfalls entsprechend reagieren zu können. Es gelte weiterhin, dass den Schülern wegen der Situation kein Nachteil entstehen solle.

          Niedersachsen kündigte unterdessen an, bis Freitag über eine mögliche Verschiebung der Abiturprüfungstermine entscheiden zu wollen. Am Freitag will auch die nordrhein-westfälische Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) bekanntgeben, ob die schriftlichen Prüfungen für rund 90.000 angehenden Abiturienten im Land wie bislang geplant direkt nach den Osterferien beginnen oder verschoben werden. Die Landesschülervertretung ist mehrheitlich für eine Abi-Verschiebung.

          Der Faktor Zeit

          Zuvor hatten Lehrerverbände an die Länder appelliert, eine gemeinsame Linie für die Abiturprüfungen zu finden. „Wir brauchen Fairness, Transparenz und möglichst viel Chancengleichheit für alle Abiturienten in allen Bundesländern - gerade auch in der jetzigen Sondersituation“, erklärte die Vorsitzende des Deutschen Philologenverbands (DPhV), Susanne Lin-Klitzing. Sie erwarte ein abgestimmtes Handeln der Kultusminister.

          Auch der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, hatte die unterschiedlichen Herangehensweisen der Länder kritisiert. „Was wir erleben, ist Chaos pur“, sagte er dem Norddeutschen Rundfunk. Vor allem in dieser Ausnahmesituation sei es wichtig, dass sich die Bundesländer eng abstimmten. Durch unterschiedliche Regelungen würde sich auch ein Gerechtigkeitsproblem ergeben.

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