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Tausende weitere Impfungen : Hessen setzt Präsenzunterrricht aus

Die Zahlen steigen wieder: In Hessen sind am Mittwoch 1913 Corona-Neuinfektionen vermeldet worden. Bild: dpa

Hessen setzt den Präsenzunterricht weitgehend aus. Bei der Pro-Kopf-Impfquote liegt Hessen unter den westlichen Bundesländern weiter vorn. Den Kreisen Limburg-Weilburg und Gießen drohen die Einschränkung der Bewegungsfreiheit.

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          Schüler der Klassen 1 bis 6 in Hessen müssen bis Ende Januar nicht für den Unterricht in die Schulen kommen. Die Präsenzpflicht werde für sie ausgesetzt, für Schüler ab Klasse 7 werde mit Ausnahme von Abschlussklassen grundsätzlich Distanzunterricht angeboten, sagte Kultusminister Alexander Lorz (CDU) am Mittwoch laut dpa in Wiesbaden. Zudem gelten die verschärften allgemeinen Corona-Regeln in Hessen vom 11. Januar an wie erwartet zunächst bis zum Ende des Monats. Zum Mittwoch sind gut 3500 weitere Menschen in dem zentral gelegenen Bundesland geimpft worden.

          Daniel Meuren
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.
          Thorsten Winter
          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Nach einem Beschluss des Corona-Kabinetts der hessischen Landesregierung dürfen sich künftig nur noch Angehörige eines Haushalts mit maximal einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person im öffentlichen Raum treffen. Der Lockdown mit der Schließung zahlreicher Geschäfte war zunächst bis zum 10. Januar befristet gewesen. Am Dienstag hatten sich Kanzlerin und Länderchefs auf eine Verlängerung und teilweise Verschärfung der Vorgaben verständigt. Der Meldeverzug aus den Tagen zwischen Weihnachten und Neujahr macht sich derweil bemerkbar.

          1913 neue Fälle

          Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) auf seiner Internetseite meldet, haben Impftrupps mittlerweile 41.298 Personen in Hessen eine vorbeugende Spitze gegen das Coronavirus gegeben. Mehr Impfungen stehen nur für Bayern und Nordrhein-Westfalen zu Buche. Umgerechnet auf die Einwohnerzahl liegt Hessen unter den westlichen Flächenländern mit 6,6 Geimpften je 1000 Einwohner vorn vor Bayern mit 6,3 und Schleswig-Holstein mit 5,9. Bundesweit liegt Mecklenburg-Vorpommern an der Spitze mit 11,2 vor Sachsen-Anhalt mit 7,8 Personen. Rheinland-Pfalz kommt auf 12.336 Impfungen und eine Quote von 3,0.

          Die Zahl der gemeldeten Corona-Neuinfektionen ist in Hessen am Mittwoch im Vergleich zum Vortag um gut 1300 Fälle auf 1913 gestiegen. Damit liegt die Summe der seit Beginn der Pandemie erfassten Fälle nun bei 142.925, wie aus den Daten des Robert Koch-Instituts  in Berlin hervorgeht (Stand 6. Januar, 8.25 Uhr). Bislang wurden in Hessen 3211 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus gezählt. Das sind 116 mehr als am Dienstag. Mit den Zahlen liegt Hessen im Bundesvergleich zur Gesamtzahl von 21.237 gemeldeten neuen Fällen im Rahmen dessen, was der Bevölkerungsanteil von acht Prozent erwarten lässt.

          Hellrote Flecken auf Corona-Landkarte

          Die Zahl der Neuinfektionen in den vergangenen 7 Tagen pro 100.000 Einwohner lag bei 130. Beim Blick auf die Landkarte des RKI behält die Rhein-Main-Region dabei erst einmal hellrote Flecken: Der Hochtaunus-Kreis, der Main-Taunus-Kreis sowie die Großstädte Wiesbaden, Mainz und Darmstadt liegen derzeit unter 100. Frankfurt und Offenbach liegen bei 118 und 128.

          Dunkel bleibt hingegen der Landkreis Gießen bei einer Inzidenz von 282, auch Limburg-Weilburg wäre bei 244 aber genauso von der Einschränkung der Bewegungsfreiheit auf einem Radius von 15 Kilometern betroffen, sollte es nach der Tagung des Corona-Kabinetts am Mittwoch in Kraft treten. Zu beachten ist dabei: Aus triftigen Gründen, zu denen der Weg zur Arbeit zählt, darf der Radius in jedem Fall verlassen werden. Das betonte Ministerpräsident Volker Bouffier bereits am Dienstag nach der Sitzung der Ministerpräsidenten. Derzeit nicht in diesem Bereich liegen der Odenwaldkreis und der Main-Kinzig-Kreis, die lange als Hotspots der Region galten.

          Fragen zum Impfen in Hessen: Wann bin ich an der Reihe?

          Das hessische Sozialministerium veröffentlicht täglich eine Übersicht der Corona-Entwicklung, aufgeschlüsselt nach Kreisen und kreisfreien Städten. Es bezieht sich dabei auf Zahlen des RKI. In den ersten Wochen der Pandemie berücksichtigte es auch Daten des Hessischen Landesprüfungs- und Untersuchungsamts im Gesundheitswesen beim Regierungspräsidium Gießen, dem die Gesundheitsämter die jeweils neuen Fälle melden müssen. Um Einheitlichkeit herzustellen, nimmt das Ministerium nun nur noch die RKI-Angaben.

          Aus Frankfurter Sicht ist grundsätzlich wichtig: Die am Flughafen genommenen positiven Tests werden nicht der Stadt zugeordnet. Vielmehr schlagen sie sich nach Angaben des Sozialministeriums in der Statistik des Gesundheitsamts nieder, das etwa für den jeweiligen Reiserückkehrer zuständig ist. Das kann auch das Frankfurter Amt sein oder ein anderes in Hessen, aber eben auch eine Behörde in einem anderen Bundesland.

          In der Bekämpfung der Pandemie will Hessens Regierungschef Volker Bouffier (CDU) nach der Bund-Länder-Konferenz am Dienstag an den meisten Regeln festhalten. Die bis zum Ende der hessischen Ferien am 10. Januar geltenden Beschlüsse werden bis zum 31. Januar verlängert. In Corona-Hotspots mit einer 7-Tage-Inzidenz von mehr als 200 Neuinfektionen dürfen Bürger nur aus triftigem Grund wie der Fahrt zum Arbeitsplatz einen Radius von 15 Kilometern um ihren Wohnort verlassen.Tagesausflüge gehören nicht dazu.

          Arbeitswege sind weiter garantiert. Treffen im öffentlichen Raum sollen nur noch mit Angehörigen des eigenen Hausstandes oder einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person möglich sein, Auch Kinder werden gezählt. Weitere Entscheidungen fällt das Corona-Kabinett am Mittwoch.

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