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Geschlossene Schulen : Den Kindern wieder Mut geben

Keine Freunde treffen: Nicht nur schulisch leiden Kinder. Bild: Stefan Finger

Seit Monaten findet in den meisten Schulen kein oder nur wenig Präsenzunterricht statt. Besonders schwer ist dies für schwache Schüler. In Problemvierteln kämpfen Schulen um jeden einzelnen.

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          Tausende von Familien atmen auf, wenn am Montag die Primarschüler wieder in die Schule kommen dürfen. Vor allem die Erst- und Zweitklässler freuen sich riesig darauf. Aber es wird nicht einfach möglich sein, dort wieder anzuknüpfen, wo die Schule vor Weihnachten aufgehört hat. In festen Strukturen zu lernen, stillzusitzen, aufzupassen, den Mund zu halten und im richtigen Moment zu reden, diese Lern- und Sozialdisziplin ist nicht einfach abrufbar. Kinder aus Großfamilien mit vielen kleineren Geschwistern hatten kaum Ruhe zum Lernen. Ihre Leistungen sind im Vergleich zu Familien mit bildungsaffinen Eltern und ruhigen Arbeitsbedingungen erschreckend zurückgegangen, obwohl vor allem Problemschulen sehr viel getan haben, um die schwierige Lage zu überbrücken. Ein Drittel der Kinder sei ihnen dennoch verlorengegangen, berichten einige Grundschulen in schwierigen Einzugsbereichen.

          Heike Schmoll

          Politische Korrespondentin in Berlin, zuständig für die „Bildungswelten“.

          Denn Erst- und Zweitklässlern nutzt die beste digitale Ausstattung nichts, weil sie noch nicht lesen und schreiben können. Thorsten Seiß, der Leiter der Grundschule Kurt-Schumacher-Straße in Gelsenkirchen/Schalke Nord, hat in jeder Klasse 60 bis 65 Prozent Kinder mit Migrationshintergrund, vor allem aus Osteuropa. In zwei Sprachklassen (Förderung für alphabetisierte Kinder ohne ausreichende Deutschkenntnisse) und einer weiteren für nicht alphabetisierte Kinder werden diese auf den Regelunterricht vorbereitet. In der Zeit der Schulschließungen haben die Lehrer für alle Kinder Lernpakete vorbereitet.

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