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Fremdsprachen lernen : Tägliches Lesen verbessert die Schulnote

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Vorgelesen zu bekommen kann sich später in der Schule auszahlen. Bild: dpa

Wer als Kleinkind viel vorgelesen bekommt und später selbst viel liest, hat es beim Erlernen der ersten Fremdsprache leichter, zeigt eine neue Studie. Der familiäre Hintergrund spielt nur bedingt eine Rolle.

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          Kinder, die mit zehn Jahren in ihrer Freizeit täglich gelesen haben, besuchen mit 14 Jahren mit einer um zehn Prozentpunkte höheren Wahrscheinlichkeit ein Gymnasium, wie eine Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) auf Gundlags des Sozio-ökonomischen Panels ergab.

          Auch die Durchschnittsnoten verbessern sich demnach: Ein täglich lesender Zehnjähriger sei mit 14 Jahren in der ersten Fremdsprache im Schnitt eine Viertelnote besser, als ein Altersgenosse, der kaum lese. Wer im Kindergartenalter täglich vorgelesen bekomme, erziele unter sonst gleichen Bedingungen schon im Grundschulalter etwa in Deutsch deutlich bessere schulische Leistungen.

          Kinder, die im jungen Alter regelmäßig vorgelesen bekommen und später selbst viel lesen, seien im deutschen Schulsystem somit deutlich erfolgreicher als andere. Dieser Befund gehe auch nicht darauf zurück, dass Kinder in bildungsnahen Elternhäusern stärker an das Lesen herangeführt werden, betonen die Autoren. Allerdings könnte die Veranlagung der Kinder „eine gewisse Rolle“ spielen.

          Mehr Leseförderung im Grundschulalter

          Der familiäre Hintergrund fällt der Studie zufolge vor allem mit Blick auf das Vorlese- und Leseverhalten der jüngeren Kinder ins Gewicht. Mit Blick auf sechs Jahre alte Kinder zeige sich, dass Kinder, die aus bildungsferneren oder einkommensschwächeren Familien kommen und einen Migrationshintergrund oder mehrere Geschwister haben, seltener vorgelesen bekommen.

          Auch unter Zehnjährigen lassen sich noch diese Tendenzen feststellen, wenn auch schwächer, so die Autoren. Bei den Vierzehnjährigen zeige sich indes kaum noch ein Zusammenhang zwischen Leseverhalten und dem familiären Hintergrund. Betrachte man die Schulformen zeige sich allerdings dass Gymnasiasten in ihrer Freizeit deutlich häufiger lesen als andere Schüler anderer Schulformen.

          Generell sei es wichtig, dass Kinder kontinuierlich lesen, sobald sie es selbst könnten, schreiben die Forscher. Im Grundschulalter sollten die Kinder daher noch stärker zum Lesen motiviert werden, etwa durch eine verstärkte Leseförderung. Mit zunehmendem Alter nehme die Häufigkeit des Lesens in der Freizeit indes ab. 56 Prozent der Zehnjährigen lesen demnach täglich, bei den 14-Jährigen sind es nur noch 28 Prozent.

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