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Schulausfall wegen Corona : Schäuble regt Verkürzung der Sommerferien an

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Derzeit herrscht Ruhe in den Klassenzimmern. Bild: Frank Röth

Der Bundestagspräsident sieht darin eine Möglichkeit, versäumten Stoff nachzuholen. Für den Präsident des Lehrerverbandes kommt eine solche Debatte zu früh.

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          Wegen des eingeschränkten Schulbetriebs in der Corona-Pandemie regt Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) eine Verkürzung der Sommerferien in diesem Jahr an. „Das bietet Gelegenheit, versäumten Unterrichtsstoff nachzuholen“, argumentierte er in der „Augsburger Allgemeinen“ vom Freitag. Ohnehin sei derzeit unklar, „wann und wie man im Sommer verreisen kann“.

          Schäuble verwies auch darauf, dass das Urlaubskonto vieler Eltern durch die Corona-Krise bereits „strapaziert“ sei. „Ich kann die verstehen, die sich fragen, wie sie da noch sechs Wochen Sommerferien organisieren sollen.“

          In einer Meinungsumfrage des Unternehmens Civey im Auftrag der Zeitung erklärten 29,6 Prozent der Teilnehmer, die Sommerferien sollten 2020 auf jeden Fall verkürzt werden. 25,5 Prozent befürworteten dies „eher“, knapp 15,9 Prozent „eher nicht“ und 19,8 Prozent wollen eine Verkürzung auf keinen Fall.

          „Erholung ein ganz wichtiger Faktor“

          Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, äußerte sich skeptisch zur Idee der verkürzten Ferien. Für eine solche Diskussion sei es zu früh, sagte er am Freitagmorgen im Deutschlandfunk. Zudem zweifelte er an dem Effekt eines solchen Schrittes. Nötig sei vielmehr ein gutes Gesamtkonzept, um den Lernstoff bestmöglich zu vermitteln.

          SPD-Vize Kevin Kühnert lehnte die Verkürzung ab. „Dieser Vorschlag überzeugt mich nicht. Ich glaube, dass Erholung ein ganz wichtiger Faktor in so einem Stressjahr ist“, so der Juso-Vorsitzende gegenüber den Sendern RTL und n-tv. Die Corona-Krise sei eine „Hoch-Stressphase. Es gibt soziale Konflikte in den Familien, die Kinderschutzfälle steigen an.“

          Wenn es im Sommer die Möglichkeit gebe, „wieder stärker rauszugehen und sich mit der Freizeit zu beschäftigen, Freunde zu treffen, dann ist das auch ein wichtiger Teil“, betonte er. Bildung und Erziehung fänden nicht nur in der Schule statt, „sondern dazu gehört auch, dass man die Welt erkunden kann, und für sowas sind Ferien da“. Wegen der Corona-Pandemie sind die Schulen in Deutschland seit Wochen geschlossen. Ab Anfang Mai sollen sie schrittweise wieder öffnen, zunächst aber nur für bestimmte Klassen, insbesondere für Schüler vor dem Abschluss.

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