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Schulschließungen : Lehrerverband fordert wegen Corona-Lücken freiwilliges Zusatz-Lernjahr

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Ein Mund- und Nasentschutz liegt im Unterricht in der Jahrgangsstufe elf am staatlichen Gymnasium Trudering in München auf einem Weltatlas. Bild: dpa

Die durch den Lockdown verursachten Versäumnisse seien zu groß, als dass alle Schüler sie parallel zum fortlaufenden Unterricht aufholen könnten, schreiben die Pädagogen. Das vorgeschlagene Förderkonzept soll zwei Milliarden Euro kosten.

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          Mit einem zwei Milliarden Euro teuren Förderkonzept will der Deutsche Lehrerverband die im Corona-Jahr entstandenen Lernlücken bei Schülerinnen und Schülern schließen. Im Zentrum des Papiers, über das die Zeitungen der Funke Mediengruppe berichten, stehen dabei zwei Instrumente: Erstens eine individuelle, das nächste Schuljahr begleitende Zusatzförderung für Kinder mit eher geringen Rückständen. Und zweitens das Angebot eines freiwilligen zusätzlichen Lernjahres für diejenigen mit größeren Defiziten.

          Das Zusatzjahr könne entweder als von zusätzlicher Förderung begleitetes Wiederholen des vergangenen Jahres geschehen oder in eigenen Lerngruppen für wiederholende Schüler mit angepasstem Lehrplan.

          Das dafür nötige zusätzliche Personal soll laut Verband aus verschiedenen Gruppen kommen: Lehramtsstudierende, in Teilzeit arbeitende Lehrkräfte, die durch „attraktive Bedingungen“ zur Aufstockung motiviert werden sollen und pensionierte Lehrerinnen und Lehrer. Außerdem könnten Schulen mit externen Partnern und Institutionen zusammenarbeiten wie privaten Nachhilfeanbietern, Volkshochschulen und Jugendämtern.

          In diesem Schuljahr keine Förderung mehr

          Für die Umsetzung fordert der Verband ein Bund-Länder-Programm in Höhe von mindestens zwei Milliarden Euro bis zum Sommer 2022, „analog dem Digitalpakt“, wie es im Papier heißt. „In diesem Schuljahr wird es mit einer Nachholförderung nichts mehr, wer das behauptet, ist schief gewickelt“, sagte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger den Zeitungen. Man müsse sich jetzt an den Schulen die Zeit nehmen, zu schauen, wo die Kinder stehen, und dann Beratung anbieten. „Im Grunde müssten wir im Mai wissen, was für Fördermöglichkeiten im nächsten Jahr da sind. Es muss jetzt wirklich zügig gehen.“

          Schulen sollen dabei nach dem Vorschlag in der Umsetzung möglichst große Spielräume haben und unter anderem Lehr- und Stundenpläne anpassen können. „In dieser Frage ist eine total zentrale Steuerung nicht zielführend“, erklärte Meidinger.

          400 bis 600 Unterrichtsstunden konnten im vergangenen Jahr nach Schätzungen des Lehrerverbandes nicht in Präsenz abgehalten werden – in der Spitze entspreche das etwa einem halben Schuljahr. Und auch wenn der Distanzunterricht inzwischen besser funktioniere, seien die Lernfortschritte auf diese Art trotzdem geringer, heißt es im Papier.

          Meidinger geht davon aus, dass etwa ein Fünftel der Schüler im vergangenen Jahr „stark abgehängt“ wurde. Etwa die Hälfte von diesen brauche wohl ein zusätzliches Schuljahr, um aufzuholen. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) hatte kürzlich ein Nachhilfeprogramm mit einem Volumen von einer Milliarde Euro angekündigt.

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