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Durcheinander und Schließungen : Lehrer und Eltern besorgt über neues Schuljahr

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Wie umgehen mit dem Corona-Risiko im Klassenzimmer? Bild: dpa

Lehrer und Eltern blicken mit Skepsis auf die von den Bundesländern geplante Wiederaufnahme des Regelbetriebs an den Schulen. Sie bemängeln unpraktikable Hygienekonzepte, blauäugige Planungen und einen vollgestopften Lehrplan.

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          An den Schulen droht nach den Sommerferien nach Ansicht des Deutschen Lehrerverbandes ein „großes Durcheinander“. Das sagte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger. Er befürchte zudem „eine weitere Phase von Unsicherheit und Reibungsverlusten im Schulbetrieb“. Die Politik dränge auf den Vollbetrieb der Schulen, ohne darauf oder auch auf eine etwaige Fortführung des Distanzunterrichts ausreichend vorbereitet zu sein. „Es wird zwar von den Landesregierungen beteuert, dass sie auf alle möglichen Szenarien vorbereitet sind, aber das stimmt nicht“, sagte der Verbandspräsident.

          Baden-Württemberg geht an diesem Donnerstag als letztes Bundesland in die Sommerferien, während in Mecklenburg-Vorpommern am nächsten Montag schon das neue Schuljahr beginnt. Mehrere andere Bundesländer starten kurze Zeit später. Die Kultusminister der Länder hatten vor dem Sommer vereinbart, im neuen Schuljahr wieder den Regelbetrieb an den Schulen aufzunehmen und dabei auch auf die Abstandsregel zu verzichten – mit der Einschränkung: „sofern es das Infektionsgeschehen zulässt“. Mitte Juli hatten sie dafür ein neues Hygiene-Rahmenkonzept vorgelegt.

          Hygieneregeln wenig praktikabel 

          Meidinger bemängelte, für einen Vollbetrieb ohne Abstandsregeln fehlten die Lehrkräfte. Bildungsgewerkschaften schätzen, dass bis zu 20 Prozent der Lehrer zur Risikogruppe gehören und für den Präsenzunterricht ausfallen könnten. Auch die Hygieneregeln der Kultusminister der Länder für die Schulen werden als wenig praktikabel kritisiert, beispielsweise die Vorgabe, regelmäßig „intensiv“ stoßzulüften.

          „An vielen Schulen lassen sich die Fenster in höher gelegenen Klassenräumen aus Sicherheitsgründen nicht oder nur einen Spalt öffnen“, sagte Meidinger. Zudem sei die Idee fester Lerngruppen vielleicht an Grundschulen umsetzbar, aber kaum an einer gymnasialen Oberstufe mit Kurssystem, wo die Schüler ständig mit anderen Mitschülern zusammen seien.

          Prinzip Hoffnung

          Auch der Bundeselternrat blickt mit Skepsis auf die von den Bundesländern geplante Wiederaufnahme des Regelbetriebs an den Schulen im neuen Schuljahr. Zwar wünschten sich Eltern sicheren und flächendeckenden Präsenzunterricht, sagte der Vorsitzende Stephan Wassmuth. Aufgrund der Pandemie gehe man aber davon aus, dass es aller Voraussicht nach regionalbedingt vielleicht sogar wieder flächendeckende Schulschließungen geben werde.

          Die Dachorganisation der Landeselternvertretungen in Deutschland fordert deshalb von den Ländern auch konkrete Planungen für ein Szenario B mit einer Mischung aus Präsenz- und Fernunterricht. „Wer das nicht vorbereitet hat, handelt höchst fahrlässig und gegen die Schülerinnen und Schüler.“ Die dem Verband bekannten Planungen seien nicht abschließend zu Ende gedacht. „Oftmals hat man das Gefühl, man agiert nach dem Prinzip Hoffnung (es wird schon klappen und wir werden nicht vom Virus ereilt)“, sagte Wassmuth.

          Er geht nach eigener Aussage davon aus, dass das kommende Schuljahr „keineswegs planmäßig verläuft“. Allen sei klar, dass der aktuelle Lehrplan nicht zu schaffen sei. Dennoch habe sich offenbar keiner mehr mit einer „Entrümpelung der Lehrpläne“ beschäftigt.

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