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Bildungsdebatte : Brennpunkt Grundschule

Basiswissen Deutsch: In einer Ludwigshafener Grundschule übt sich eine vierte Klasse an den grundlegenden Regeln der deutschen Grammatik. Bild: Frank Röth

Fast jedes fünfte Kind in Deutschland kann nach der 4. Klasse nicht richtig lesen, viele werden ohne ausreichende Deutschkenntnisse eingeschult. Einer Lösung des Problems stehen ideologische Ablenkungen im Weg.

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          Fast überall in Deutschland beginnt jetzt wieder der Schulunterricht. Das wird von vielen Klagen über seine Mängel begleitet. Nur die auffälligsten aus den letzten Wochen: Jedes zehnte Grundschulkind beginnt den Unterricht mit leerem Magen, ebenfalls zehn Prozent frühstücken morgens zwar, aber allein. Viele Kinder werden eingeschult, ohne mehr als radebrechendes Deutsch zu sprechen. Es herrscht Lehrermangel; von 15.000 Lehrern bundesweit ist die Rede.

          In Sachsen läuft ein Bürgerbegehren, Schulen die Freiheit zu geben, sich für das Modell einer Klassengemeinschaft bis zum sechsten Schuljahr zu entscheiden, das die regierende CDU aber mit dem Slogan „Keine Experimente“ ablehnt. Andernorts wird hingegen mehr Zentralismus gefordert, etwa durch ein Bundesabitur, das die Leistungen aller vergleichbar mache. Und natürlich melden sich auch fast jede Woche diejenigen, die finden, an den Schulen gehe es noch immer nicht digital genug zu. Womit sie nicht die Schüler meinen, sondern die Ausstattung.

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          Danika Maia

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