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Wirtschaftskraft : Bessere Pisa-Leistungen könnten Billionen wert sein

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Schüler der neunten Klasse malen in einem Gymnasium in Straubing (Niederbayern) das Wort Pisa auf eine Tafel. Bild: dpa

Einen Tag vor der Veröffentlichung der neuen Pisa-Erhebung zeigt eine neue Studie des Ifo-Instituts und der Universität Stanford den engen Zusammenhang zwischen Bildungsleistungen und Wirtschaftswachstum auf.

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          Bessere Leistungen von Schülern könnten einer Ifo-Studie zufolge den künftigen Wohlstand Deutschlands kräftig erhöhen. „Wenn sich ihre Leistungen um 25 Pisa-Punkte verbessern, würde die deutsche Wirtschaftskraft langfristig um 7,3 Prozent steigen – das sind rund 14 Billionen Euro für den Rest des Jahrhunderts“, erklärte Experte Ludger Wößmann, der beim Münchner Ifo-Institut das Zentrum für Bildungsökonomik leitet, am Montag. Die Daten gehen aus einer neuen Studie hervor, die Wößmann mit einem Forscher der amerikanischen Universität Stanford für die EU-Kommission verfasst hat. Demnach gibt es einen engen Zusammenhang zwischen Bildungsleistungen und Wirtschaftswachstum.

          Die Industriestaatengruppe OECD legt am Dienstag die Ergebnisse ihrer neuen Studie unter rund 600.000 15 Jahre alten Schülerinnen und Schülern aus etwa 80 Ländern vor. Im Fokus stehen Leistungen in Mathematik, Naturwissenschaften und vor allem im Lesen. Im ersten Pisa-Test im Jahr 2000 schnitt Deutschland unerwartet schlecht ab, was eine Debatte über Bildungsreformen ausgelöst hat. Seitdem seien anfangs sehr viele Initiativen angestoßen worden, um im internationalen Vergleich aufzuholen, sagte Wößmann. „Mittlerweile scheint dieses Engagement erlahmt zu sein. Aber der Rest der Welt schläft nicht.“ Wenn es Deutschland nicht schaffe, mit seinem Bildungssystem in die internationale Spitze vorzurücken, „gefährden wir den Wohlstand unserer Kinder“. Sehr wichtig sei Basiskompetenz in Mathematik und Naturwissenschaften.

          Für die gesamte EU könnten sich nach Ifo-Berechnungen die möglichen Erträge einer besseren Bildungspolitik bis Ende des Jahrhunderts auf 71 Billionen Euro summieren. „Einige Länder haben durch Reformen bereits eine Steigerung um 25 Pisa-Punkte geschafft, darunter Polen und Portugal“, sagte Wößmann. Auch in Deutschland sei das „in den ersten Jahren nach dem Pisa-Schock gelungen“. 

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