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Berufswunsch : Die Polizei steht unter Schülern hoch im Kurs

Polizisten kontrollieren Ende Juni im Hamburger Schanzenviertel die Einhaltung des Alkoholverbote. Bild: dpa

Die Autobranche büßt an Attraktivität ein, während der Staat als Arbeitgeber Jugendliche weiterhin besonders reizt. Nicht nur mit Blick auf den Job fallen aber einige Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen ins Auge.

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          Der Staat ist für Jugendliche nach wie vor der beliebteste Arbeitgeber. Das zeigt eine Untersuchung des Marktforschungsinstituts Trendence, deren Ergebnisse der F.A.Z. vorab vorliegen. Rund 22.000 Schülerinnen und Schüler von allgemein- und berufsbildenden Schulen der Klassenstufen 8 bis 13 haben für die Studie einen Online-Fragebogen beantwortet. Der Altersdurchschnitt der Teilnehmer lag bei 15,8 Jahren. Durchgeführt wurde die Umfrage vom Oktober 2019 bis Januar 2020, die Eindrücke der Corona-Pandemie konnten folglich noch nicht einfließen.

          Benjamin Fischer

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Wie schon in den Vorjahren landete die Polizei mit 17,4 Prozent an der Spitze der Rangliste, es folgen die Bundeswehr (13,2 Prozent) und der Sportartikelkonzern Adidas (9,6 Prozent). Knapp dahinter mit jeweils 8,3 Prozent reihen sich die Autohersteller BMW und Daimler ein, wobei sie bei den Mädchen deutlich unbeliebter sind.

          Unter diesen findet sich auf Platz drei der Rangliste zudem das Deutsche Rote Kreuz wieder, während die Plätze eins und zwei über alle Befragten hinweg gleich belegt sind. Der generelle Blick auf die Branchen unterstreicht dieses Bild. Der öffentliche Sektor reizt die Befragten am stärksten (31,5 Prozent). Der Wert hat gegenüber 2019 sogar um 3,5 Prozent zugelegt. Mit einigem Abstand (19,4 Prozent) kommt der Handel auf den zweiten Platz. Die Autobranche ist derweil am stärksten in der Gunst gefallen, (18,2 Prozent, minus 3,1 Prozent im Vergleich zu 2018). Auf Platz drei im Branchenvergleich liegt sie gleichwohl dennoch, hauptsächlich auf Grund der Jungen. Während der öffentliche Sektor bei Jungen und Mädchen gleichermaßen hoch im Kurs steht, ist der Handel bei Jungen kaum von Interesse – was bei den Mädchen für die Autoindustrie gilt.

          Als besonders wichtige Faktoren für die Wahl ihres künftigen Arbeitgebers nennen die Schülerinnen und Schüler „gute Vorgesetzte“, einen fairen Bewerbungsprozess sowie eine sinnvolle Tätigkeit. Nicht zuletzt sind ihnen auch ein faires Gehalt während der Ausbildung und ein gutes Kollegenumfeld wichtig. Mit Blick auf die anstehenden Entscheidungen über die berufliche Zukunft setzt die Mehrheit auf den Rat der Eltern. 66Prozent der Befragten gaben an, dass diese ihnen hier bislang am meisten geholfen haben.

          Es folgen Freunde (35 Prozent) und Lehrer (24 Prozent). Informationen holen die Jugendlichen vor allem über das Smartphone im Internet ein, vor allem über die sozialen Medien (52 Prozent). Die Berufsberatung an der Schule haben in den vergangenen zwölf Monaten 50 Prozent genutzt. Gefragt nach Begriffen, mit denen sich die Jugendlichen identifizieren, liegen übrigens „Spaß“ (58,8 Prozent) und Selbstverwirklichung (59,1 Prozent) klar vor Erfolg (41,2 Prozent) und Wohlstand (40,9 Prozent). Wobei sich Wohlstand und Selbstverwirklichung bei den Jungen fast die Waage halten. Diese neigen der Befragung zufolge auch eher zu Konsum als zu Verzicht.

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