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Abiturprüfungen : Die einen verschieben, die anderen zögern noch

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Es wird immer ruhiger in der deutschen Abiturzone Bild: dpa

Während Bayern und Mecklenburg-Vorpommern die Abiturprüfungen wegen der Coronakrise verschieben, halten sich andere Länder noch zurück. Hessen und Rheinland-Pfalz sind besonders früh dran. Ein Überblick.

          2 Min.

          Nachdem Bayern und Mecklenburg-Vorpommern eine Verschiebung ihrer Abiturprüfungen angekündigt haben, wird zwischen den Ministerien beraten, welche Folgen das für die vereinbarten gemeinsamen Abiturtermine der Länder hat. Man kläre diese Frage gerade, sagte ein Sprecher der Kultusministerkonferenz der Länder (KMK) am Mittwoch.

          Für die Organisation der Prüfungen ist zwar jedes Bundesland selbst zuständig. In Mathematik und Deutsch sollte aber nach den bisherigen Plänen in den meisten Bundesländern am gleichen Termin das Abitur geschrieben werden: Das Deutsch-Abitur am 30. April, das in Mathematik am 5. Mai. Zudem gibt es weitere zentrale Termine für Englisch (24. April oder 8. Mai) und Französisch (28. April und 11. Mai).

          Bayern hatte am Mittwoch angekündigt, den Beginn der Abiturprüfungen vom 30. April auf den 20. Mai zu verschieben. Auch Mecklenburg-Vorpommern hatte eine Verschiebung beschlossen und am Dienstag mitgeteilt, dass es im März und April keine Prüfungen zur Mittleren Reife und zum Abitur geben werde.

          In Baden-Württemberg wird eine mögliche Verschiebung von Abiturprüfungen wegen des Coronavirus geprüft. „Unabhängig von der Entscheidung in Bayern arbeiten wir bereits seit einigen Tagen (daran), wie wir mit dem Abitur sowie den Abschlussprüfungen an allen weiteren Schularten umgehen“, teilte Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) am Mittwoch in Stuttgart mit. „Dabei prüfen wir selbstverständlich unterschiedliche Szenarien und Möglichkeiten, Prüfungen zeitlich und organisatorisch umzusetzen, darunter auch eine Verschiebung des Prüfungszeitraums.“ Entscheidungen dazu sollen noch in dieser Woche für alle Schularten bekanntgegeben werden.

          In Nordrhein-Westfalen sollen die Abiturprüfungen zunächst nicht wegen der Corona-Pandemie verschoben werden. NRW sei aber „in Abstimmung mit der Ländergemeinschaft“, sagte Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) am Mittwoch in Düsseldorf. Auch die Bildungsverbände sollten in die Entscheidung einbezogen werden. Ziel sei, „allen ein faires Abitur anzubieten“ und Klarheit zu schaffen über das Wann und Wie.

          Thüringen hat die ab Ende April anstehenden Abiturprüfungen bislang noch nicht verschoben. „Der Termin steht noch im Kalender. Aber das Bildungsministerium bereitet sich auch auf andere Szenarien vor“, sagte ein Sprecher des Thüringer Bildungsministeriums am Mittwoch in Erfurt. In Hamburg gibt es bisher keine Überlegungen, die Prüfungen zu verschieben, wie ein Sprecher Behörde für Schule und Berufsbildung (BSB) gegenüber der F.A.Z. erklärte

          In Rheinand-Pfalz sind die schriftlichen Abiturprüfungen bereits abgeschlossen, die mündlichen Prüfungen sind für rund 15.000
          Schülerinnen und Schüler in Rheinland-Pfalz in dieser Woche ohne
          Probleme angelaufen. Die allgemeine Schließung der Schulen habe den Ablauf nicht behindert, teilte ein Sprecher des Bildungsministeriums am Mittwoch mit. In Hessen, wo sie in dieser Woche beginnen sollten, werden die schriftlichen Prüfungen laut Kultusministerium wie geplant stattfinden.

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