https://www.faz.net/-gyl-6vm7k

Karriere im Karitativen : Die Non-Profit-Manager

  • -Aktualisiert am

Als Sozialmanagerin bei den Maltesern fühlt sich die 31-Jährige wohl: „Mit meiner Arbeit trage ich dazu bei, dass es hilfsbedürftigen Menschen bessergeht.“ Das ist ein wesentlicher Unterschied zum Managerdasein in einem profitorientierten Unternehmen. Außerdem verspüre sie weniger Druck als in der freien Wirtschaft, sagt Philp. Umgekehrt erhält sie allerdings keine Boni, wenn es ihr gelingt, neue Kunden zu gewinnen oder besonders viel zu verkaufen. Ihr macht das nichts aus: Nicht das Geld motiviert sie, sondern der Zweck ihrer Arbeit und der Dank von Dienststellen und Kunden. „Kritik aller Art ist wichtig für uns, denn jede Rückmeldung hilft uns, besser zu werden.“
 

Der Markt und was er Absolventen bietet
Sozialmanager sind gefragt: Sie arbeiten heutzutage bei Interessenverbänden, Nichtregierungsorganisationen, Sozial- und Gesundheitsämtern, Trägern der freien Wohlfahrt sowie in kirchlichen Einrichtungen oder Stiftungen. Die meisten kommen in Jugendwohnheimen, Beratungsstellen und in Altenpflegeeinrichtungen unter.
Lange war das soziale Management allerdings kein klassisches Berufsfeld für Hochschulabsolventen: Viele Heimleiter haben früher selbst in der Pflege gearbeitet und mit betriebswirtschaftlichen Weiterbildungen oder Trainee-Programmen den Aufstieg geschafft. Dank ihrer praktischen Erfahrung fällt es ihnen leicht, sich in die Angestellten und Pflegebedürftigen hineinzuversetzen.
Wer frisch von der Uni kommt, muss diese Erfahrungen erst einmal sammeln. Ein wirtschaftswissenschaftliches Studium allein reicht vielen Arbeitgebern nicht aus. Sie bevorzugen Bewerber, die bereits in der Pflege oder in der Sozialarbeit gearbeitet haben. Die besten Karten hat, wer vor dem Studium schon eine Berufsausbildung im sozialen Sektor abgeschlossen hat – etwa als Krankenpfleger.
Die Mischung aus Erfahrung und Studium hilft Sozialmanagern dabei, den Konflikt zwischen betriebswirtschaftlichen Kennzahlen und menschlichen Bedürfnissen in der sozialen Arbeit zu meistern. Dabei darf nicht immer das Geld im Vordergrund stehen. Das gilt auch für die eigene Bezahlung: Manager in der freien Wirtschaft verdienen meistens bedeutend mehr als Sozialmanager in gemeinnützigen Einrichtungen.


So arbeiten Sozialmanager
Sozialmanager tanzen auf vielen Hochzeiten: Sie leiten soziale Einrichtungen und repräsentieren diese nach außen. Sie suchen das Personal aus, erstellen die Dienstpläne und betreuen außerdem ehrenamtliche Helfer. Sie entscheiden, wofür wie viel Geld ausgegeben wird, und müssen dabei mit einem knappen Budget klar­kommen. Jeden Tag stehen Sozialmanager so vor der Herausforderung, finanzielle und menschliche Belange unter einen Hut zu bekommen.
Sozialmanager geben aber nicht nur Geld aus, oft müssen sie es auch einsammeln. In Nichtregierungs­organisationen oder in der Jugendarbeit ist es ihr Job, Sponsoren, Spender und Partner zu finden, die Projekte unterstützen oder ihrer Einrichtung finanziell unter die Arme greifen. Damit das gelingt, müssen Sozialmanager sich ein Netzwerk aus Geldgebern aufbauen und ihre Arbeit durch Werbung und Öffentlichkeitsarbeit bekannt machen. Sie müssen also nicht nur routiniert mit Zahlen und Gesetzen umgehen können, sondern auch immer wieder kreativ werden, um auf neue Ideen und Lösungen zu kommen.
Und schließlich brauchen Sozialmanager eine gewisse Frustrationstoleranz: Viele ihrer Ideen werden sie nie umsetzen können. Gleichzeitig müssen sie sich stets an zwei Maßstäben messen lassen: an der Zufriedenheit ihrer Patienten, Bewohner oder Kunden und an der wirtschaftlichen Lage ihrer Einrichtung.
 

Topmeldungen

Verbot von „Combat 18“ : Kein Ruhekissen

Verbote allein trocknen die Szene der Hitler-Verehrer und militanten Antisemiten nicht aus. Entscheidend ist die geheimdienstliche und polizeiliche Aufklärung ihrer Agitierung nützlicher Idioten.
Frank-Walter Steinmeier am Donnerstag in Yad Vashem

Steinmeier in Yad Vashem : Nie vergessen, die Erinnerung bewahren

Als erster deutscher Bundespräsident spricht Frank-Walter Steinmeier in Yad Vashem und zeigt sich besorgt über einen wieder aufkeimenden Antisemitismus. Vor allem aber schwebt Putins Schatten über der Veranstaltung.

Newsletter

Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.