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Gründer mit 17 : „Ernst genommen zu werden, fällt manchmal schwer“

Produziert in der elterlichen Garage 3D-Druck-Filament: Milan von dem Bussche (17 Jahre) Bild: Samira Schulz

Es fängt an mit Basteleien in Garage oder Kinderzimmer und wird irgendwann mehr: Immer wieder entdecken schon Jugendliche ihr unternehmerisches Talent. Sie haben oft einen Bürokratie-Marathon vor sich.

          7 Min.

          Gerade ist uns unsere schöne Version-sechs-Plastikschmelze auseinandergeflogen“, erzählt Milan von dem Bussche in einem Instagram-Video und zeigt auf ein verbeultes metallisches Rohr. Aus diesem spinnt sich eigentlich ein dünner Kunststofffaden, der auf eine Spule gewickelt und als 3D-Druck-Filament genutzt wird – also sozusagen als „Druckerschwärze“ für 3D-Drucker. Es ist nur ein Produkt seines jungen Unternehmens, in dem sich alles ums Recycling von Altplastik dreht. Der 17 Jahre alte Gymnasiast rief zusammen mit seinem Schulfreund Paul Nehme vor drei Jahren im Rahmen des Wettbewerbs „Jugend gründet“ das Start-up „Qi-Tech“ ins Leben; damals war er gerade mal 14. Die erste Idee war, aus Plastikmüll mittels eines selbstgebauten 3D-Druckers nachhaltige Hüllen für Handys herzustellen.

          Doreen Dormehl
          (ddo.), FAZ.NET

          „Paul kümmerte sich um das Design der Hüllen, und ich versuchte, das Recycling hinzukriegen“, erzählt Milan. Das Ziel war, am Ende des Wettbewerbs einen funktionierenden Prototyp zu haben. Keiner der beiden dachte zu dem Zeitpunkt, dass sie sich länger als einen Monat mit dem Projekt beschäftigen würden. Unterstützung erhielten sie in der Anfangsphase von Chemie- und Physiklehrern, einer Wissenschafts-AG ihrer Schule und allen voran vom Hausmeister. Er brachte Milan das Schweißen bei und lieh ihm immer wieder Werkzeug, das man nicht mal eben in der heimischen Werkzeugkiste findet. Um die Kosten gering zu halten und den Nachhaltigkeitsgedanken bestmöglich zu leben, suchte sich Milan auf Schrottplätzen das passende Material zusammen. Das bastelte er dann in seiner Freizeit in der elterlichen Garage in Oppenheim zu funktionierenden Maschinen zusammen. „Meine Eltern waren ganz froh, dass wir die Garage aufgeräumt haben, und mein Vater war glücklich, dass er einen Überblick über sein Werkzeug bekam“, schildert der Schüler.

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