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Philosophin Judith Butler : Gesellschaftlicher Rückschritt als Fortschritt

  • -Aktualisiert am

Von der Emanzipation zum Opferkult: Judith Butler Bild: Urban Zintel/laif

Judith Butler wird an den Universitäten als Gendertheoretikerin verehrt. Dabei hat sie ihre Theorie längst einer politischen Ideologie geopfert, die Unterwerfung lehrt.

          8 Min.

          Als der Deutsche Bundestag im Mai eine Resolution verabschiedete, in der er die Aktivitäten des antisemitischen Bündnisses Boycott, Divestment and Sanctions (BDS) scharf verurteilte, meldete sich Judith Butler kurz darauf per Videobotschaft zu Wort. Die amerikanische Literaturwissenschaftlerin, die öfters als BDS-Fürsprecherin auftritt, kritisierte die Resolution als einen Angriff auf die freie politische Meinungsäußerung und als eine Verschiebung des politischen Diskurses nach rechts. Sie stelle einen Versuch dar, Kritik an Israel zu kriminalisieren.

          Butlers Engagement gegen den jüdischen Staat ist keineswegs neu oder überraschend. Schon 2006 lobte die Professorin während einer Podiumsdiskussion in Berkeley die antisemitischen Terrororganisationen Hamas und Hizbullah als „soziale“ und „progressive“ Bewegungen und Teil einer „globalen Linken“. Dass es sich dabei nicht um ein bloßes Missverständnis handelte, wie Butler später zu beschwichtigen versuchte, sondern dass ihre Parteinahme für antiwestliche und antiliberale Kräfte ihrem politischen Denken entspricht, lässt sich leicht entlang ihrer publizierten Schriften belegen.

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