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Interview-Reihe „Auf ein Wort“ : Es gibt in den Kursen wenig Diskussionskultur

  • -Aktualisiert am

Johanna Winter, 24 Jahre, Goethe-Universität Frankfurt, 10. Semester Lehramt Bild: Marina Pepaj

Die Lehramtsstudentin Johanna Winter schreibt gerade an der Abschlussarbeit für ihren Master. Sie forscht zu Gedichten und will die Welt verbessern, wie sie im spontanen Kurzinterview erzählt.

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          Was liegt an in dieser Woche?

          Im Moment bin ich im Urlaub. Nächste Woche helfe ich dabei, den Auftritt meines Arbeitgebers auf einer großen Immobilienmesse vorzubereiten. Ansonsten lerne ich für meine Prüfungen und schreibe weiter an meiner Abschlussarbeit. Ich forsche zu Gedichten. Gerade konzentriere ich mich auf die Lyrikerin Ann Cotten. Ich bin also auch während der Semesterferien auf dem Campus.

          Was gefällt Ihnen an dem Fach, das Sie studieren?

          Ich habe ursprünglich Germanistik und Kunstgeschichte studiert. Dann habe ich noch ein Semester Medizin ausprobiert. Es hat gedauert, bis ich meine Bestimmung gefunden habe. Jetzt werde ich Lehrerin für Deutsch und Französisch am Gymnasium. Ich hoffe, dort etwas bewirken zu können und die Welt vielleicht etwas besser zu verlassen, als ich sie betreten habe.

          Und was stört Sie?

          Nicht viel. Nur die Inhalte der einzelnen Seminare wiederholen sich manchmal. Und es gibt in den Kursen wenig Diskussionskultur. Vieles wird einfach hingenommen. Mir fehlt ein bisschen das Weiterdenken.

          Was wollten Sie Ihrem Universitätspräsidenten schon immer mal sagen?

          Ich fühle mich an der Uni wohl und bin meistens auch mit meinem Studium zufrieden. Allerdings bin ich gegen die Anwesenheitspflicht in den Seminaren. Ich möchte nicht zur Anwesenheit gezwungen werden. Das schränkt die Freiheit des Studiums ein, die mir erlaubt, Wissen auf die Weise zu erwerben, wie es für mich am besten ist.

          Ihr Lieblingsort an der Universität?

          Vor dem Gebäude der Psychologie gibt es einen bestimmten Baum, unter dem ich gerne sitze.

          Wohin gehen Sie auf keinen Fall, wenn Sie nicht müssen?

          Dazu zählt jede Toilette. Die Räume sind meistens komplett überfüllt.

          Wo ist in der Universität der beste Ort zum Flirten?

          Vermutlich draußen oder in der Mensa.

          Wie wohnen Sie?

          Ich wohne alleine.

          Wie finanzieren Sie Ihr Studium?

          Ich arbeite 20 Stunden pro Woche bei einem Frankfurter Immobiliendienstleister.

          Wo gehen Sie abends am liebsten hin?

          Im Sommer gehe ich oft ans Mainufer. Ich bin aber auch gerne in meiner Wohnung.

          Was gefällt Ihnen in Frankfurt, was nicht?

          Ich mag die Mischung aus alt und neu. Vor allem in der Innenstadt gibt es interessante Häuserkombinationen. Es ist immer was los und erstaunlich grün. Allerdings ist es mir oft zu voll. Ich fahre gerne Fahrrad, aber das ist mir hier zu stressig. Ich komme ursprünglich aus Erfurt.

          Was wollen Sie nach dem Studium machen?

          Der Plan ist immer noch, Lehrerin zu werden.

          ***

          Johanna Winter, 24 Jahre, Goethe-Universität Frankfurt, 10. Semester Lehramt

          Aufgezeichnet von Karin Priehler

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