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Ingenieure ohne Grenzen : „Mit 35 Liter sauberem Wasser ist es unmöglich, alle Schüler zu versorgen“

  • Aktualisiert am

Lea Hennemann koordiniert das Projekt in Darmstadt. Bild: Ingenieure ohne Grenzen

Lea Hennemann, 22 Jahre, ist bei Ingenieure ohne Grenzen aktiv. Im Gespräch gibt sie Einblick in ihre Aufgaben und in ein aktuelles Projekt der Hochschulgruppe Darmstadt.

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          Frau Hennemann, warum ist es aus Ihrer Sicht wichtig, sich gesellschaftlich zu engagieren?

          Ich engagiere mich schon seit meiner Schulzeit, und das hat mir immer viel Freude gemacht. Dinge im Kleinen und im Großen zu bewirken und sich für andere einzusetzen – meiner Erfahrung nach kann man so viel verändern und die Welt ein bisschen gerechter machen. Nicht zuletzt gewinnt man auch persönlich durch ein solches Engagement: Man lernt dabei spannende Leute kennen, und über sich selbst erfährt man ebenfalls eine ganze Menge.

          Seit knapp zwei Jahren arbeiten Sie bei Ingenieure ohne Grenzen. Wie sind Sie dazu gekommen?

          Ich wollte mich gern an der Uni engagieren und bin auf der Suche nach einer Hochschulgruppe auf Ingenieure ohne Grenzen gestoßen. Die Idee hat mich sofort begeistert. Ingenieure ohne Grenzen engagiert sich für Menschen, deren infrastrukturelle Grundbedürfnisse wegen Not und Armut nicht gesichert sind. Viel Wert legen sie dabei auf eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Menschen vor Ort. Unser Verein und die lokalen Partner begegnen sich auf Augenhöhe. In Darmstadt kommen Leute aus unterschiedlichen Fachbereichen zusammen – vor allem natürlich Ingenieure, Maschinenbauer, Elektrotechniker. Persönlich kann ich mein Interesse an Entwicklungsarbeit ausleben und darüber hinaus auch mein technisches Wissen praktisch anwenden.

          Wasser marsch: Nach Abschluss des Baus starteten die Darmstäder Ingenieure gemeinsam mit den Berufsschülern vor Ort den ersten Testlauf.
          Wasser marsch: Nach Abschluss des Baus starteten die Darmstäder Ingenieure gemeinsam mit den Berufsschülern vor Ort den ersten Testlauf. : Bild: Ingenieure ohne Grenzen

          Bei dem aktuellen Projekt Ihrer Gruppe, einem Wasserversorgungsprojekt in Tansania, geht es um die Errichtung einer solarthermischen Wasserdesinfektionsanlage zur alternativen Wasserdesinfektion in Tansania. Was ist der Hintergrund?

          2010 haben die Vereinten Nationen den Zugang zu Wasser zu einem Menschenrecht erklärt. Doch auch wenn die Menschen Zugang zu Wasser haben, gibt es allein durch Wasserverunreinigungen jedes Jahr 1,8 Millionen Tote weltweit. Hier setzen wir an. Natürlich wissen wir, dass es unzählige Möglichkeiten der Wasserreinigung gibt. Der Vorteil unserer Technik ist allerdings, dass sie robust und mit den Ressourcen vor Ort umsetzbar ist. Mit unserer Bauanleitung können Nutzer die Anlage selbst bauen. Außerdem reduzieren wir mit der solarthermischen Aufbereitung die CO2-Emissionen gegenüber dem herkömmlichen Abkochen über offenem Feuer, denn unsere Methode kommt ohne Brennholz aus.

          Wann ist das Projekt gestartet, und wie war der Projektverlauf?

          Bis zur heutigen Anlage war es ein langer Weg. Seit 2010 gibt es das Projekt schon. Zunächst hat die Gruppe ausgiebig recherchiert und die Vor- und Nachteile einer solchen Anlage abgewogen. Dann wurden die Anforderungen an die Anlage erarbeitet. Es gab viele Entwürfe mit hochprofessionellen thermodynamischen Berechnungen. Die ersten Prototypen entstanden 2013/14. Nachdem 2014 der dritte Prototyp für uns zufriedenstellende Testergebnisse lieferte, wurde eine Bauanleitung erstellt, die mit 90 Seiten ein ziemlich dickes Werk ist. Darin wird die Vorgehensweise sehr detailliert beschrieben, so dass auch Leute mit wenig Handwerkserfahrung die Anlage bauen können.

          2017 reisten drei Ingenieure mit Anleitung und Workshopmaterial nach Tansania. Wie sah die Arbeit dort aus?

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