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Soziologie der Lausitz : Warum wird in Jänschwalde die AfD gewählt?

  • -Aktualisiert am

Lasst uns das köstliche Aroma rauchender Kühltürme einatmen! Die Bürger von Jänschwalde sind stolz auf ihr Kraftwerk. Bild: Paul Langrock/Zenit/laif

Pünktlich zum Wahlsonntag in Brandenburg und Sachsen wurde der Tagebau bei Deutschlands drittgrößtem Kraftwerk eingestellt. Die Wählerwanderung zur AfD versteht sich trotzdem nicht von selbst.

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          Nach den Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen ist viel von „den Abgehängten“, aber kaum von den Bewohnern der Lausitz die Rede. Dieses Grenzgebiet – tief im Osten, wo die Sonne verstaubt – erhielt im vergangenen Jahr durch den Film „Gundermann“ vorübergehend Aufmerksamkeit. Aber der Deutsche Filmpreis für die Geschichte des singenden Tagebau-Baggerfahrers kann den Verlust jener kulturellen Zuwendung nicht kompensieren, die diese Region zu DDR-Zeiten noch bekam.

          Vor allem bei dem Schriftsteller Joachim Nowotny war sie in einer Art sozialistischer Heimatliteratur ständig präsent – bis ins Kinderbuch: In einer Auflage von 20 000 Exemplaren erschien 1969 „Der Riese im Paradies“. In insgesamt acht Auflagen war auf rund 400 Seiten davon zu lesen, wie der Bau eines Braunkohle-Kraftwerks in ein fiktives Lausitzer Dorf eingreift. Das Buch ohne Altersgrenze nach oben, „für Leser von 13 Jahren an“, dürfte eine für den Kinderbuchverlag der DDR ungewohnt große Leserschaft gefunden haben; 1974 verfilmte es die Defa.

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