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Im Beruf diskriminiert? : Aufstand der Karriere-Eltern

Eltern gelten noch immer als Gruppe, die es im Berufsleben schwer hat. Vor allem seit Beginn der Corona-Krise. Bild: obs

Erst recht seit Corona fühlen sich Mütter und Väter im Berufsleben oft benachteiligt. Und sie sagen das lauter als früher. Würden ihnen strengere Gesetze helfen?

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          Als die Rechtsanwältin Sandra Runge vor rund zehn Jahren nach einem Jahr Elternzeit an ihren Arbeitsplatz in einem mittelständischen Unternehmen zurückkehrte, gab es ihre Stelle nicht mehr. Oder jedenfalls nicht für sie. „Es war wie in einem schlechten Hollywood-Film“, erinnert sie sich. „In meinem Büro war die ganze Technik abgeschraubt, nach der Kündigung und Freistellung verließ ich die Firma mit einem Karton mit meinen Habseligkeiten unterm Arm.“ Es folgte ein langer Streit darüber, ob Runge trotz oder wegen der Tatsache entlassen worden war, dass sie ein Kind bekommen und dafür eine Auszeit genommen hatte. Sie selbst machte sich als Anwältin selbständig und schrieb nebenher einen recht bekannten Ratgeber für berufstätige Eltern, in dem sie auf unterhaltsame Weise über deren Rechte aufklärt.

          Nadine Bös
          Redakteurin in der Wirtschaft, zuständig für „Beruf und Chance“.

          Rund ein Jahrzehnt später gelten Eltern noch immer als Gruppe, die es im Berufsleben schwer hat. Vor allem seit Beginn der Corona-Krise. Anderthalb Jahre Doppelbelastung aus Erziehungs- und Erwerbsarbeit könnten ähnliche Effekte auf Karrierechancen und Lebenseinkommen haben wie eine zusätzliche Babypause, vermuten Wissenschaftler – zumindest für Hochqualifizierte. Und für viele Eltern ist die anstrengende Zeit noch nicht vorbei, weil sie durch die häufigen Corona-Fälle in Schulen und Kitas weiterhin mit einer nicht verlässlichen Betreuungssituation umgehen müssen.

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