https://www.faz.net/-gyl-93tsr

Am Bundesverfassungsgericht : „Ich kehre gewissermaßen zurück“

  • Aktualisiert am

Bild: Bundesverfassungsgericht/lorenz.fotodesign, Karlsruhe

Dr. Yvonne Ott ist Richterin des Bundesverfassungsgerichts in Karlsruhe. Was ihr an den Aufgaben dort besonders gefällt, schreibt sie in unserem Karriere-Fragebogen.

          1 Min.

          Als Kind wollte ich …

          … Lebensmittelchemikerin werden, weil ich wissen wollte, was wirklich in Gummibärchen drin ist.

          Dass ich Richterin des Bundesverfassungsgerichts bin, ist …

          … eine große Ehre und Anerkennung für mich persönlich, aber viel mehr noch eine Herausforderung, in einer so hervorgehobenen und wichtigen Position Verantwortung zu übernehmen.

          An der Aufgabe als Verfassungsrichterin gefällt mir besonders, …

          … mit ganz unterschiedlichen Kolleginnen und Kollegen zusammenzuarbeiten und im intensiven Diskurs Lösungen zu den grundsätzlichen Fragen in unser Gesellschaft zu finden, die möglichst vielen Aspekten Rechnung tragen.

          Die größte Herausforderung dabei ist, …

          … eine gute Balance zwischen Beruf, Freizeit und Familie zu bewahren.

          Drei Themen, mit denen ich mich regelmäßig beschäftige, sind …

          … die deutsche Geschichte, Modelle für eine gerechte Gesellschaft und Ressourcen für sozial­politische Entwicklungen.

          Mein rechtswissenschaftliches Studium …

          … habe ich in Frankfurt am Main absolviert.

          Mein Berufseinstieg …

          … begann mit Finanzpolitik. Es folgten der Wechsel in die Justiz und eine Abordnung als wissenschaftliche Mitarbeiterin zum Bundesverfassungsgericht. Ich kehre also gewissermaßen zurück.

          Wenn ich nicht Richterin geworden wäre, wäre …

          … ich jetzt vielleicht Chemikerin oder Chirurgin.

          Eine Fähigkeit, die ich an Kolleginnen und Kollegen besonders schätze, ist …

          … Verantwortungsbewusstsein und eine professionelle Haltung, die sich unter anderem darin zeigt, dass jeder Meinung genügend Aufmerksamkeit, Respekt und Wertschätzung entgegengebracht wird.

          Wenn ich heute über meine Karriere nachdenke, …

          … so bin ich uneingeschränkt zufrieden darüber, den Weg als Richterin eingeschlagen zu haben.

          Meine größten Vorbilder waren …

          … und sind Menschen mit Haltung, die unabhängig vom Lob anderer sind.

          Die Juristin Yvonne Ott hat an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main studiert und promoviert. Nach Stationen als wissenschaftliche Mitarbeiterin – unter anderem am Bundesverfassungsgericht – und als Richterin und Vorsitzende Richterin am Landgericht in Frankfurt am Main folgten sechs Jahre als Richterin am Bundesgerichtshof. Seit 2016 ist die zweifache Mutter Richterin des Bundesverfassungs­gerichts in Karlsruhe.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Blick auf London: Ein Mann überquert die Waterloo Bridge

          Großbritannien : Corona-Krise kostet 730.000 Arbeitsplätze

          Die Pandemie hinterlässt auf dem britischen Arbeitsmarkt tiefe Spuren. Neun Millionen Menschen wurden in Zwangsurlaub geschickt. Im Oktober laufen die staatlichen Hilfsprogramme aus.
          Cornelia Koppetsch im Oktober 2019 auf der Frankfurter Buchmesse

          Plagiate bei Soziologin : Disziplinarverfahren gegen Cornelia Koppetsch

          Sie habe „rücksichtslos“ gehandelt, die gute wissenschaftliche Praxis sei gravierend missachtet worden: Eine interne Untersuchungskommission der TU Darmstadt findet deutliche Worte zu den Plagiaten ihrer Soziologin Cornelia Koppetsch.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.