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Humboldt-Universität : Streit um Islam-Institut beigelegt

Die Berliner Humboldt-Universität mit der Statue des Namensgebers Bild: dpa

Zu einer multireligiösen Fakultät unter Einbeziehung der Evangelisch-Theologischen wird es an der Humboldt-Universität nicht kommen. Auch wird in Berlin keine katholische Priesterausbildung möglich sein.

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          Nach langem Streit hat der Akademische Senat der Humboldt-Universität zu Berlin (HU) die Pläne für ein Zentralinstitut für katholische Theologie und eines Instituts für Islamische Theologie zur Kenntnis genommen. Zu einer multireligiösen Fakultät unter Einbeziehung der Evangelisch-Theologischen Fakultät, die zu den Gründungsfakultäten der HU gehört, wird es also nicht kommen. Sobald das Kuratorium der Universität und der Senat zugestimmt haben, sollen beide Institute zum Wintersemester 2019/20 ihre Arbeit aufnehmen. Das setzt voraus, dass die Berufungen entsprechend zügig erteilt werden.

          Heike Schmoll
          Politische Korrespondentin in Berlin, zuständig für die „Bildungswelten“.

          Von der Zusammenstellung des ersten Professorenkollegiums hängt für beide Institute viel ab: Es geht um einen neuen Zuschnitt der beiden Fächer, um Gesprächs- und die Anschlussfähigkeit an andere Wissenschaften. Das gilt insbesondere für den Zuschnitt der Katholischen Theologie, die in Berlin stärker anthropologisch und kulturwissenschaftlich ausgerichtet ist als an anderen katholischen Fakultäten der Republik. Sie wird keine Priesterausbildung anbieten, sondern einen Mono-Bachelor und Lehramtsstudiengänge im Bachelor und Master mit katholischer Theologie als Erst- oder Zweitfach. Wer Priester werden will, muss weiter nach Frankfurt am Main oder Erfurt gehen. Der Berliner Erzbischof Heiner Koch sagte dieser Zeitung, die Öffnung sei mit der Bildungskongregation des Vatikans abgesprochen und in Rom erwünscht. Koch hebt die globalgeschichtliche Ausrichtung sowie die bioethische Akzentuierung des künftigen Instituts hervor. Eine enge Kooperation mit den Lebenswissenschaften wünscht er sich ebenso wie mit Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften. Auch mit dem Abraham-Geiger-Kolleg in Potsdam, das liberale jüdische Theologie lehrt, werde man zusammenarbeiten ebenso mit den bestehenden katholischen Einrichtungen in Berlin.

          Die Frage der Zweitmitgliedschaften wird geprüft

          Koch liegt viel an einem „kollegartigen“ Charakter des Instituts. In Berlin stehe nicht der interreligiöse, sondern der Dialog mit der Gesellschaft im Zentrum, die häufig nicht kirchlich gebunden sei. Da es in Berlin 25.000 katholische Schüler im freiwilligen Religionsunterricht gebe, würden dringend Lehrer gebraucht. Derzeit falle Religionsunterricht aus, und in fünf bis sechs Jahren gingen viele Religionslehrer in den Ruhestand, so Koch. Er erhofft sich Lehrer mit „persönlicher Glaubwürdigkeit und pädagogischem und intellektuellem Niveau“. Koch äußerte sich zuversichtlich, dass das Professorenkollegium aus erfahrenen und jungen Wissenschaftlern bestehen könnte.

          Vorgesehen sind fünf Professuren, zwei sollen von der FU Berlin an die HU wechseln, zwei neu geschaffen werden. Zwei davon sind W3-Stellen der höchsten Besoldungsstufe, die restlichen drei W1-Stellen für Juniorprofessuren. Hinzu kommt die seit 2005 an der HU angesiedelte Guardini-Stiftungsprofessur für Religionsphilosophie und Philosophische Ideengeschichte. Insgesamt sind es damit sechs. Künftige Studenten müssen nicht katholisch sein, für das Lehramt ist die Konfessionszugehörigkeit wegen der kirchlichen Lehrerlaubnis (missio canonica) Pflicht. Die Konzeption, die der Dekan der philosophischen Fakultät Dominik Perler in Absprache mit dem Erzbistum geräuschlos durchgesetzt hat, gilt heute als unumstritten.

          Die Präsidentin der HU, Sabine Kunst, sagte dieser Zeitung, die Professuren der Katholischen Theologie „sollen in Erstmitgliedschaft an das Zentralinstitut berufen werden und eine Zweitmitgliedschaft an einer anderen Fakultät der HU erhalten“. Welche Fakultät das sei, „ergibt sich aus den jeweiligen inhaltlichen Schwerpunkten der Professur und setzt natürlich die Zustimmung der Fakultät voraus“. Der Wissenschaftsstaatssekretär Berlins, Steffen Krach, versicherte gegenüber dieser Zeitung, dass die Juristen im Hause des Regierenden Bürgermeisters und des Wissenschaftssenators die Frage der Zweitmitgliedschaften prüften. Aus staatskirchenrechtlichen Gründen können es nur Mitgliedschaften an kulturwissenschaftlichen und philosophischen Fakultäten sein.

          Die Zweitmitgliedschaft soll auch für die Professoren des Instituts für Islamische Theologie gelten, das mit einem Beirat, bestehend aus drei muslimischen Verbänden, startet. Nach drei Jahren soll es eine Evaluierung der Beiratsarbeit geben, die dann die Möglichkeit böte, „nachzusteuern“, wie Kunst sagt. Geplant sind vier W3-Professuren, von denen eine als Juniorprofessur mit einer Übernahme in die Vollprofessur nach drei Jahren ausgeschrieben werden soll.

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