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HR-Tech-Start-ups : Die jungen Wilden

Geschieht immer häufiger auf digitalen Wegen: die besten Köpfe finden und die eigenen Talente pflegen. Bild: Science Photo Library

Digitale Start-ups wirbeln Personalabteilungen durcheinander – ob Mitarbeitersuche mit KI oder Online-Burnout-Prävention. Wir stellen einige von ihnen vor.

          7 Min.

          Monday Rocks – Teamarbeit durch Daten verbessern

          Wie funktioniert's?

          Nadine Bös
          Redakteurin in der Wirtschaft, zuständig für „Beruf und Chance“.

          Monday Rocks ist eine App. Das Start-up, das sie erfunden hat, hat sich zum Ziel gesetzt, die Zusammenarbeit von Teams zu verbessern. In Unternehmen, die die App einsetzen, bekommt jedes Mitglied eines beruflichen Teams in jedem Quartal 43 Fragen aufs Handy geschickt. Aus den Antworten, die anonymisiert ausgewertet werden, können Chefs zum Beispiel ablesen, wie die Feedback-Kultur ist, ob Qualifikationen fehlen und ob das Team eher innovativ-kreativ oder strukturiert arbeitet. Machen sich Führungskräfte nach der Analyse der Ergebnisse daran, die Teamarbeit oder Team-Zusammensetzung zu verbessern, lässt sich schon im nächsten Quartal datenbasiert der Erfolg nachverfolgen, weil die Befragung abermals per App stattfindet. „Unser digitales Team-Instrument unterstützt die Teams dabei, ihr volles Potential zu aktivieren“, wirbt Gründer und CEO Mario Reis.

          Warum ist das in der Corona-Zeit besonders wichtig geworden?

          „Bei vielen werden 2020 und 2021 als Jahre des Wandels und der Neustrukturierung in die Unternehmensgeschichte eingehen – als Jahre, in denen die Bedeutung und das Potential von Teams einmal mehr deutlich wurde“, sagt Reis. Hybrides Arbeiten zwischen Büro und Homeoffice werde langfristig weitergehen. „Hochleistungsteams“ zu formen sei daher wichtiger denn je. Nach eigenen Angaben konnte „Monday Rocks“ seinen Umsatz seit Beginn der Pandemie verdoppeln.

          Wer steckt dahinter?

          Monday Rocks wurde 2018 in Düsseldorf gegründet und hat aktuell rund 15 Mitarbeiter. Gründer sind Wirtschaftswissenschaftler Mario Reis und Software-Entwickler Tobias Liedtke. Später kamen die Psychologin Luisa Bunzel und der Soziologe Christoph Schönfelder hinzu. Das Start-up finanziert sich schon jetzt stark aus dem Cashflow und seit Anfang 2019 auch durch eine Seed-Runde. Im März 2021 bekam „Monday Rocks“ eine siebenstellige Series-A-Finanzierung, an der sich auch Stefan Ries, langjähriger Personalvorstand von SAP, beteiligte.

          Taledo – Headhunting mit KI

          Wie funktioniert‘s?

          Normalerweise veröffentlichen Personalabteilungen offene Stellen auf diversen Jobportalen. Hinzu kommen Karriereseiten und andere Marketingkanäle. Falls das nicht reicht, kommt noch die direkte Ansprache von Kandidaten hinzu. Wenn Bewerbungen eintreffen, müssen Personalmanager sie verwalten, Gespräche terminieren und sich mit Fachabteilungen absprechen. Taledo versucht all das in einer Software zu digitalisieren. Das Programm postet Stellen in mehr als 100 Portalen, erstellt für Betriebe automatisch Karriereseiten, identifiziert suchende Kandidaten mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) und verwaltet eingehende Bewerbungen. Im Prinzip soll hier alles digital passieren, was ein Headhunter aus Fleisch und Blut auch machen würde.

          Warum ist das in der Corona-Zeit besonders wichtig geworden?

          „Die Krise hat seit Beginn im März 2020 zwar in einigen Branchen einen kurzzeitigen Einstellungsstopp bewirkt, allerdings werden Top-Fachkräfte immer noch händeringend gesucht“, sagt Marcel Poelker, Mitgründer und Technikchef von Taledo. Zudem hätten sich viele Prozesse in den Personalabteilungen digitalisiert, die bislang analog abliefen, etwa Feedback zu Bewerbern geben oder (Video)-Vorstellungsgespräche terminieren.

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