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Hotelbutler : „Ich bügle auch die Zeitung“

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Kein festgelegter Alltag: Dirk Ricardo Dürner Bild: Archiv

Bucht ein Gast eine Präsidentensuite im Hotel Adlon, sind meine Dienste inbegriffen. Ich komme in eine sehr private Sphäre. Diskretion ist das oberste Gebot. Zumal ich vielen Filmstars und Politikern begegne.

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          „Bucht ein Gast eine Präsidentensuite im Hotel Adlon, so sind meine Dienste inbegriffen. Den Beruf als Butler versuche ich im alten Stil auszuüben. Ich habe eine Protokollschulung besucht, meine Arbeitskleidung besteht aus weißen Handschuhen, tagsüber einem Cut und ab 18 Uhr einem Frack, und ich spreche mehrere Fremdsprachen. Die Gäste betreue ich 24 Stunden am Tag von der Anreise bis zur Abreise und bin Ansprechpartner für alle erdenklichen Wünsche. Dazu gehört es beispielsweise, das Frühstück zu servieren, die Koffer auszupacken, Möbel umzustellen, Sportgeräte zu besorgen oder die Zeitung zu bügeln, damit sich die Gäste nicht mit Druckerschwärze beschmutzen. Kurzum, ich tue alles, damit sich der Gast wohl fühlt.

          Einen festgelegten Berufsalltag gibt es also nicht. So begleite ich auch Gäste beim Einkaufen. Dabei versuche ich stets, die Wünsche der Gäste zu erahnen.

          Besonders wichtig ist, die Balance zu finden, wie nah ich dem Gast kommen darf. Ich komme in eine sehr private Sphäre. Natürlich ist Diskretion das oberste Gebot. Zumal ich vielen Filmstars und Politikern begegne. Bei einigen entsteht ein enger Kontakt, und ich bekomme zum Dank Geschenke, etwa von George Bush sen. oder dem Dalai Lama. Seit 1999 bin ich nun im Adlon Butler und habe mir damit meinen Traum erfüllt. Ich habe Ausbildungen als Restaurantfachmann und Hotelbetriebswirt absolviert und war dann unter anderem in einem Londoner Grandhotel tätig. In London habe ich Butler kennengelernt und war von dem Beruf fasziniert.“

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