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Wintersemester 2020/21 : Was Studienbewerber jetzt über die NC-Quoten wissen müssen

  • Aktualisiert am

Hier geht’s lang zur Einschreibung in ein Studium. Bild: dpa

Der Anteil der Studiengänge mit Zulassungsbeschränkung ist für das kommende Wintersemester leicht gesunken. Wer einen Numerus Clausus umgehen möchte, muss in manchen Fällen nur in den Nachbarort schauen.

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          Auch wenn längst nicht feststeht, ob das kommende Wintersemester unter dem Eindruck der Corona-Pandemie wie gewohnt abgehalten werden kann, werden sich auch diesen Sommer wieder Tausende junge Menschen auf einen Studienplatz an einer deutschen Hochschule bewerben. Eine Information ist für die angehenden Studierenden dabei von besonderer Relevanz: Die Frage, ob das Studium ihrer Wahl eine Zulassungsbeschränkung, also einen sogenannten Numerus Clausus (NC) hat, und ob sie diesen mit ihrer (Fach-)Abiturnote erfüllen. 

          Aufschluss darüber liefern zum einen die Webseiten der Universitäten und Fachhochschulen. Wer sich aber erst einmal einen Überblick über die NC-Situation in ganz Deutschland und innerhalb der verschiedenen Fachrichtungen verschaffen möchte, sollte einen Blick in den „Check Numerus Clausus“ des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) in Gütersloh werfen, der an diesem Mittwoch veröffentlicht wurde.

          Leicht rückläufige Tendenz setzt sich fort

          Demnach ist die NC-Quote vom Wintersemester 2019/20 zum Wintersemester 2020/21 um 0,1 Prozentpunkte auf 40,6 Prozent gesunken. Damit setzt sich die leicht rückläufige Tendenz der vergangenen Jahre fort: Im Wintersemester 2017/18 lag der bundesweite Anteil von Studiengängen mit einer Zulassungsbeschränkung noch bei 42,4 Prozent. 

          Je nach Fach, Hochschultyp, Bundesland und Studienort variiert die Quote der Studiengänge mit einem NC stark: Am häufigsten sind Studiengänge in Berlin (66 Prozent), dem Saarland (65 Prozent) und Hamburg (64 Prozent) zulassungsbeschränkt. In Thüringen erwarten Studieninteressierte die geringsten Hürden: Hier findet lediglich bei jedem fünften Studiengang eine Auswahl per NC unter den Bewerbern statt. „Im Vergleich zum Wintersemester 2019/20 zeigt sich eine recht starke Zunahme der NC-Quote im Saarland, während in Niedersachsen und Bremen jeweils ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen ist“, heißt es in der Auswertung. 

          Besonders hohe NC-Quoten seien tendenziell in großen Städten und den Stadtstaaten zu finden, aber auch in typischen „Studentenstädten“ wie Göttingen (56 Prozent) müssten Bewerber häufiger mit Zulassungsbeschränkungen rechnen. Überhaupt zeigten sich die gravierendsten Unterschiede zwischen den Bundesländern und einzelnen Hochschulorten: Während in Leipzig mittlerweile 65 Prozent der Studienangebote zulassungsbeschränkt sind, trifft das im benachbarten Dresden nur auf 36 Prozent der Programme zu. Auch in Saarbrücken liegt die NC-Quote bei 65 Prozent – „weicht man stattdessen in die im Nachbarbundesland Rheinland-Pfalz gelegenen Städte Trier oder Kaiserslautern aus, sind über 90 Prozent der Studienangebote zulassungsfrei“, raten die Autoren. 

          Bachelor häufiger zulassungsbeschränkt

          An Universitäten finden sich mit einem Anteil von 37 Prozent weniger Studiengänge mit NC-Beschränkung als an Fachhochschulen (45 Prozent), was auch mit dem jeweils angebotenen Fächerspektrum zusammenhänge. Bachelor-Studiengänge sind mit 42 Prozent wiederum etwas häufiger zulassungsbeschränkt als Master-Programme (39 Prozent). Innerhalb der Fächergruppen sind die Rechts-, Wirtschafts-, Gesellschafts- und Sozialwissenschaften am stärksten beschränkt (50 Prozent), die Sprach- und Kulturwissenschaften weisen am seltensten einen NC auf (27 Prozent).

          Die Angaben im NC-Check 2020/21 basieren auf Einträgen der bundesweiten Datenbank Hochschulkompass (HSK) mit Stand Juni 2020. Bei zulassungsfreien Studiengängen (also ohne NC) findet seitens der Hochschulen kein Auswahlverfahren anhand der Schulabschlussnote statt und ist die Höchstzahl der Studienanfänger nicht begrenzt. Studieninteressenten können sich für solche Programme direkt an den Hochschulen einschreiben, sofern sie die Zulassungsvoraussetzungen (etwa Abitur oder Vorpraktika) erfüllen. 

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