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Virtuelle Lehre an Unis : Haltet es einfach!

Gibt es auch Widerstände unter den Lehrenden?

Ja. Einige Dozenten finden, dass sich ihre Veranstaltung nicht virtuell umsetzen lässt. Aber die meisten sind sehr bemüht und betrachten die Situation als Chance. Es wird keiner zur virtuellen Lehre verpflichtet.

Dies Frage wird derzeit in den Hochschulverbänden diskutiert: Kann man zur virtuellen Lehre gezwungen werden?

An der Universität Frankfurt ist das nicht so. Virtuelle Lehre ist erwünscht, es gibt aber keinen Zwang. Die aktuelle Situation soll ja auch niemandem, vor allem den Studierenden nicht, zum Nachteil gereichen.

Gibt es irgendeine Form technischer Qualitätssicherung bei Ihren virtuellen Lehrangeboten?

Wenn es Bedarf gibt, unterstützen wir, aber nur, wenn das nachgefragt wird.

Füllen sich die unterschiedlichen Plattformen bereits? Werden schon Inhalte hochgeladen?

Ja. Die Tage sind ja auch gezählt, das Semester beginnt bald. Seit einigen Tagen ist auch endlich klar, dass vorerst keine Präsenz stattfindet. Die Fachbereiche benennen jetzt Vertreter, die bei der Unterstützung in der virtuellen Lehre helfen. Das entlastet uns etwas.

Wieviel Prozent der Lehrveranstaltungen schätzen Sie, vom 20. April an abdecken zu können?

Das ist eine gute Frage, die ich Ihnen nicht recht beantworten kann. Wir versuchen auf jeden Fall unser Bestes und unterstützen wo immer es geht.

Welche Probleme könnten beim Semesterstart aufkommen?

Wir müssen schauen, wie die Systeme reagieren. Das kann man vorher nicht genau einschätzen. Für uns als E-Learning-Einrichtung ist die jetzige Situation jedenfalls eine große Chance. Viele Dinge werden jetzt in kürzester Zeit auf die Beine gestellt.

Welches virtuelle Lehrangebot könnte sich in die Präsenzlehre hinein durchsetzen? Bei welchen Angeboten könnte man sagen: Das ist eigentlich viel besser, als nach gewohntem Muster in den Hörsaal oder den Seminarraum zu gehen?

Wenn man im Hörsaal eine Vorlesung hält, ist es ein reiner Input. Man könnte aber auch sagen: Diesen Input kann ich eigentlich auslagern und nutze die Zeit lieber, um mit den Studierenden in den Austausch zu kommen. Ich kann mir gut vorstellen, dass es Lehrende gibt, die das Positive aus der Situation herausziehen. Die sich sagen: Eine Plattform, auf der ich Inhalte schon zwei Tage vor einer Veranstaltung zur Verfügung stelle, kommt mir entgegen, es ist doch klasse, wenn Studierende in meine Veranstaltung schon mit einem bestimmten Wissen kommen. Wir wollen die Präsenzlehre ja nicht ersetzen, aber anreichern mit neuen, interaktiven Angeboten wie zum Beispiel Quizzes, Selbstlernmodulen oder Serious Games

Die Fragen stellte Uwe Ebbinghaus

Dr. Sarah Voß-Nakkour, promovierte Informatikerin, leitet bei der zentralen E-Learning-Einrichtung studiumdigitale den Bereich Medienproduktion. Schwerpunkte der Abteilung sind die Unterstützung der Lehrenden im Bereich der Content-Produktion von E-Learning-Inhalten und die Aufzeichnung von Vorlesungen. Zu den aktuellen Forschungsinteressen Sarah Voß-Nakkours gehören Autorensysteme, User Interfaces, Digitale Barrierefreiheit und Learning Analytics.

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