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Goethe-Uni Frankfurt : Wir wollen doch frei reden können

Die Front des Gebäudes der Johann Wolfgang Goethe Universität Frankfurt am Main. Bild: Sonntag, Florian

Denunziationen, Überfälle, Anzeigen: Wie steht es um die Meinungsfreiheit in deutschen Universitäten? Eine Spurensuche auf dem Goethe-Campus in Frankfurt.

          6 Min.

          Herbst auf dem Campus Westend der Goethe-Universität Frankfurt. Wind streicht über die weiten, kahlen Flächen zwischen den Lehrgebäuden. Junge Leute mit gestreiften Schals und dunklen Mänteln strömen aus der Makroökonomie-Vorlesung im Hörsaalzentrum. Im Café gegenüber, von wo aus man ihrem aufrechten Gang zusehen kann, beschreibt eine junge Frau ihrem Begleiter effektive Fitnessübungen für den Winter. Daneben sitzt die Asta-Vorsitzende Kyra Beninga von den Jusos und trinkt Kaffee. Zwei junge Männer, Mitglieder der christlich-demokratischen Hochschulgruppe RCDS, lösen sich aus der Gruppe der Wirtschaftsstudenten auf dem Nachhauseweg, laufen auf das Café zu, aber sie zögern, möchten sich hier nicht dazusetzen. Als sie einen ruhigen Platz in einem Nebenraum gefunden haben, sagen sie: Wir wollen doch frei reden können.

          Elena Witzeck

          Redakteurin im Feuilleton.

          Frei reden zu können sollte an Universitäten, den Experimentier- und Resonanzräumen für wissenschaftliche Diskurse und unterschiedliche Ansichten, normal sein. Dennoch erweckt es gerade den Anschein, als gebe es dieses freie Reden nicht mehr, als häuften sich Vorfälle wie der Aufstand gegen Bernd Luckes Vorlesung in Hamburg, als habe Bernhard Kempen, Präsident des Deutschen Hochschulverbandes, auf ein wachsendes Problem hingewiesen, als er im Frühjahr die Verengung der Debattenkultur an Hochschulen im Namen der „Political Correctness“ beklagte, den Angriff auf die Freiheit des Forschens, Denkens und Debattierens. Da hatten die Studenten selbst noch wenig Gelegenheit gehabt, von ihrer Wahrnehmung zu berichten.

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