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Mehr Risiko wagen : Wie Hessen unkonventionelle Forschung unterstützen will

Felix Hausch: Der Forscher möchte Wirkstoffe in von Viren befallene Zellen einschleusen. Bild: Frank Rumpenhorst

Viele Forschungsansätze scheitern, weil sie als zu riskant gelten. Hessen will diese Lücke im Wissenschaftssystem nun schließen. Dafür sollen zwölf unkonventionelle Forschungsideen unterstützt werden.

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          Das Trojanische Pferd soll Schaden anrichten, dafür ist es ja gedacht. Oft ist es schwierig, wissenschaftliche Zusammenhänge anschaulich zu erklären, also bedient sich Felix Hausch des Mythos vom hölzernen Pferd, mit dessen Hilfe die Griechen einst Troja erobert haben sollen. Metaphorisch versteht man unter einem Trojanischen Pferd ein harmlos aussehendes Objekt, das ein Angreifer zur Tarnung verwendet, um in einen geschützten Bereich eingelassen zu werden. Diesen Effekt will sich auch Felix Hausch zunutze machen, um gezielter als bisher Wirkstoffe in von Viren befallene Zellen zu transportieren. Der Chemieprofessor an der Technischen Universität Darmstadt ist einer von 17 Wissenschaftlern, die für besonders mutige und unkonventionelle Forschungsprojekte Unterstützung erhalten. Am heutigen Dienstag stellt die hessische Wissenschaftsministerin Angela Dorn (Grüne) ein neues Förderprogramm der hessischen Exzellenz-Initiative LOEWE vor.

          Daniel Schleidt
          Stellvertretender Koordinator der Wirtschaftsredaktion in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die Idee ist, wissenschaftliche Ansätze zu fördern, die besonders riskant oder in einem noch sehr frühen Stadium sind und deswegen normalerweise kaum Chancen auf öffentliche Mittel hätten. Zwölf solcher Forschungsideen an hessischen Hochschulen sollen jeweils 200.000 bis 300.000 Euro bekommen, insgesamt schüttet das Land für die Laufzeit von zwei Jahren rund drei Millionen für die unkonventionellen Ansätze aus.

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