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Ukrainekrieg und Forschung : Eiszeit für die Wissenschaft

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Das war einmal: Das deutsche Forschungsschiff Polarstern und das russische Schiff Akademik Fedorov in der Antarktis Bild: ddp/Jan Rohde

Die über Jahrzehnte aufgebauten Beziehungen zu russischen Forschungsinstitutionen liegen in Trümmern. Was sind die Konsequenzen für die Wissenschaftsdiplomatie? Ein Gastbeitrag.

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          Im Zuge des brutalen Krieges in der Ukraine landen auch die internationalen Beziehungen der deutschen Wissenschaft auf dem harten Boden der außenpolitischen Realität. Hat noch vor einem Jahr ein russischer Eisbrecher die Expedition des deutschen Forschungsschiffs Polarstern im arktischen Eis mit Nahrungs- und Treibstofflieferungen unterstützt, so sind heute nicht nur Forschungsschiffe, sondern die deutsch-russischen Wissenschaftsbeziehungen insgesamt eingefroren – und Eisbrecher sind nicht in Sicht. In Wirtschaftskreisen hat sich nach Putins Überfall schnell die bittere Erkenntnis durchgesetzt, dass das Prinzip „Wandel durch Handel“ gescheitert ist. Und auch die Wissenschaft muss heute erkennen: Der Traum vom Vertrauen durch Dialog und Kooperation ist geplatzt.

          Noch vor Kurzem war die allgemeine Einschätzung eine deutlich positivere. So heißt es in einem erst vor zwei Jahren veröffentlichten Papier des Auswärtigen Amtes, für die 2020er Jahre bedürfe es einer neuen Strategie der internationalen Wissenschaftsbeziehungen, die unter dem Begriff „Science Diplomacy“ zusammenzufassen sei. Sie habe „auf die zentralen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts zu reagieren, einen freiheitlichen Rahmen der wissenschaftlichen Betätigung zu schaffen und zu schützen und Wissenschaft als notwendige Bedingung demokratischen Handelns zu fördern und zu pflegen“.

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