https://www.faz.net/-gyl-aaqcs

Kritik am Bildungswesen : Wider den Analphabetismus im Umgang mit den Hochschulen

  • -Aktualisiert am

Auch unter den Studierenden im Hörsaal beobachtet Wolfgang Hegewald einen Sprachverfall. Bild: dpa

Sprachliche Verwahrlosung bedroht zunehmend die Gesellschaft. Einzig Schriftsteller können die Universitäten und die Welt noch retten. Ein Gastbeitrag.

          6 Min.

          Vor drei Jahren trat ich in den Ruhestand. Nicht der Autor, sondern der gleichnamige Hochschullehrer, der ein Vierteljahrhundert, erst in Tübingen, dann in Hamburg, als Schriftsteller im öffentlichen Dienst gelehrt und gearbeitet hat. Nach 22 Jahren verabschiedete ich mich vom Department Design der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg. Mein damals verfasster Rückblick auf die Zeit als Professor für Poetik, Rhetorik und Creative Writing rekapitulierte Stationen und Erfahrungen meines akademisch-schriftstellerischen Doppellebens und war von Dankbarkeit geprägt (F.A.Z. vom 31. März 2018). Nun jedoch, drei Jahre später, mischt sich scharfkantiger Zorn in diese Dankbarkeit, wenn ich abermals zurückschaue.

          Perdü! Die Hamburger Professur liegt seither brach, und es steht dahin, ob sie je wieder mit der oben erwähnten Denomination ausgeschrieben wird. Und das „Studio Literatur und Theater“, das ich 1993 an der Universität Tübingen aus der Taufe gehoben, curricular geprägt, geleitet und vom akademischen Modellversuch in die Institutionalisierung geführt habe, soll zum Wintersemester 2021/22 nach fast dreißig Jahren geschlossen werden.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen.

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          F.A.Z. PLUS:

            Sonntagszeitung plus

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Die sagenhafte Superyacht : Abenteuer on the rocks

          Keiner dieser Gin-Paläste: Mit „Ragnar“ kreuzt eine der ungewöhnlichsten Yachten über die Ozeane. Sie kann Eis brechen und der Forschung helfen.
          Neue Nummer drei: Elise Stefanik im Januar 2020 nach Trumps Freispruch im Weißen Haus.

          Machtkampf der Republikaner : Aufstieg einer glühenden Trumpistin

          Die vergangenen Tage haben eindrücklich gezeigt: Auch nach der Wahlniederlage hat Donald Trump die Fraktion der Republikaner unter Kontrolle. Sein neuester Coup ist die Beförderung von Elise Stefanik.