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Wegen Energiekrise : Hochschule Koblenz schränkt Lehrbetrieb ein

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Ein Student bearbeitet ein Arbeitsblatt am Computer Bild: dpa

Die Hochschulen stehen vor massiven Erhöhungen ihrer Stromkosten. Nun tritt an der Hochschule Koblenz ein, was die Kultusminister vermeiden wollten – der Lehrbetrieb wird eingeschränkt. Kritik kommt aus der Studierendenvertretung.

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          Die Energieknappheit erreicht auch die deutschen Forschungseinrichtungen. Die Hochschule Koblenz hat als eine der ersten universitären Einrichtungen beschlossen, den Lehrbetrieb einzuschränken. „Um die von öffentlichen Einrichtungen erwartete 15% Energieeinsparung zu erreichen, werden wir in der Zeit vom 4. Dezember 2022 bis 8. Januar 2023 die Vorlesungen als reine Online-Vorlesungen anbieten“ heißt es auf ihrer Website.

          Droht den Universitäten ein Energielockdown?

          Im Gespräch mit dem „Spiegel“ übt Carlotta Eklöh vom Vorstand des Freien Zusammenschlusses von Student*innenschaften (fzs), scharfe Kritik an der Hochschulleitung. All diese Einsparungen laufen ihr zufolge auf Kosten der Studierenden, denn diese müssten bei der Online-Lehre zu Hause mehr heizen. „Das macht uns große Sorgen, da Studierende ohnehin schon finanziell belastet sind“.

          Dabei handelt es sich nicht um einen Einzelfall. Neben der Hochschule Koblenz hat auch die Johannes Gutenberg-Universität in Mainz die Öffnungszeiten der Bibliotheken eingeschränkt. Manche Bereichsbibliotheken sind am Wochenende sogar komplett geschlossen. So wird es den Studierenden erschwert, sich Bücher auszuleihen und sich in bestimmten Arbeitsräumen aufzuhalten. Zudem setzt die Universität des Saarlandes beispielsweise auf eine Verlängerung der Winterpause, wie eine Sprecherin der Universität dem RND bestätigte. Die Universität Erfurt plant sogar bis Ende 2022 an Wochenenden die Bibliothek zu schließen und die Lehre um den Jahreswechsel digital abzuhalten.

          Kultusministerkonferenz will Präsenzbetrieb sicherstellen

          Die Kultusministerkonferenz hatte sich bereits in ihrer Sitzung im Oktober über die Auswirkungen der Energiekrise auf die Hochschulen, Universitätskliniken, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Studierendenwerke ausgetauscht und einen Beschluss gefasst. Karin Prien, die Vorsitzende der Kultusministerkonferenz, fordert die Bundesregierung auf, Entlastungsmaßnahmen auf den Weg zu bringen. „Wenn Energie- und Gaspreisbremse nicht ausreichen, braucht es weitere Unterstützungsmaßnahmen durch den Bund. In den Hochschulen hat Lehre in Präsenz für uns oberste Priorität“ führt Prien weiter aus.

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