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Lernende Algorithmen : KI muss wieder langweiliger werden

  • -Aktualisiert am

Schaden durch künstliche Intelligenz? Immer häufiger werden lernende Algorithmen im Alltag eingesetzt. Bild: iStock / Bearbeitung F.A.Z.

In sozialen Lebensbereichen richtet schlechte Künstliche Intelligenz viel Schaden an. Die KI-Forschung muss sich wieder stärker begrenzen.

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          Im Dezember präsentierte das Wissenschaftsmagazin „Science“ den wissenschaftlichen Durchbruch des Jahres 2021: KI-gestützte Software, die in der Lage ist, die komplexe Struktur von Proteinen zu berechnen. Zuvor ließ sich nur mit aufwendigen experimentellen Techniken nachvollziehen, wie lange Ketten aus Aminosäuren sich zu den für alle Lebewesen so wichtigen Eiweißen zusammenknäueln. Jetzt steigt die Zahl der entschlüsselten Proteinstrukturen rasant, und Forscher sind begeistert.

          Doch immer häufiger kommen sogenannte lernende Algorithmen, wie sie meist gemeint sind, wenn heute von KI die Rede, auch in sozialen Bereichen zum Einsatz und richten dort Schaden an. Zu Unrecht gestrichene Sozialleistungen, unberechtigte Anklagen wegen Sozialbetrug, falsch berechnete Examensnoten, Diskriminierung bei der Auswahl von Bewerbern: Auf den Websites von Nichtregierungsorganisationen wie Algo­rithmwatch kann man die Sammlung solcher Fälle wachsen sehen. „Wenn es darum geht, soziale Belange vorauszusagen, ist die Verwendung von KI grundsätzlich fragwürdig“, konstatiert Frederike Kaltheuner, Expertin für Technologiepolitik und Direktorin des philanthropischen European AI Fund.

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