https://www.faz.net/-gyl-9tckp

Universitäts-Proteste : Zerstörte Bücher, geplatzte Veranstaltungen

  • Aktualisiert am

Anzeichen einer Radikalisierung? Studenten vor der Sorbonne Bild: Picture-Alliance

In Frankreich haben Demonstranten an Hochschulen zuletzt mehrere Veranstaltungen gestört. François Hollande benötigte Polizeischutz. Professoren und Intellektuelle reagierten jetzt mit einem Aufruf.

          1 Min.

          Die Liste der Vorfälle ist lang. In Lille verhinderten Demonstranten gerade einen Auftritt von François Hollande, der einen Vortrag über „Die Krise der Demokratie“ halten wollte. Der frühere Staatspräsident musste die Universität unter Polizeischutz verlassen, 450 Exemplare seiner Bücher wurden zerstört. Zuvor war ein Vortrag des Abgeordneten Jean Lassalle abgesagt worden: ein „Sexist“. In Bordeaux durfte die Philosophin Sylviane Agacinski nicht gegen die Leihmutterschaft argumentieren: homophob. An der Sorbonne wurden ein Seminar über die „Anzeichen von Radikalisierung“ und eine Aufführung von Aischylos mit schwarzgeschminkten Darstellern verboten: Islamophobie und Rassismus.

          In einem Aufruf an die Universitätspräsidenten reagieren Intellektuelle, Professoren und Politiker auf den Meinungsterror der militanten Minderheiten: Auch die „polizeilichen Mittel“ sollen zum Schutz der akademischen Freiheit eingesetzt werden. Michel Onfray und Alain Finkielkraut, die früheren Unterrichtsminister Luc Ferry und Xavier Darcos, Pascal Bruckner wie der Historiker Georges Bensoussan und zahlreiche Fakultätsvorsteher haben den Appell unterzeichnet: „Frankreichs Universitäten müssen ein Ort des freien Gedankenaustauschs bleiben.“

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Im Streit mit der EU: Vor dem polnischen Verfassungsgericht am 22. September

          Polens Streit mit der EU : Aus politischen Gründen vertagt?

          Zum vierten Mal hat das polnische Verfassungsgericht die Entscheidung darüber aufgeschoben, ob nationales über EU-Recht steht. Dahinter stecke Kalkül, heißt es aus Brüssel.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.