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Studieren in der Pandemie : Drei Semester weiße Wände

  • -Aktualisiert am

Endlich geöffnet: Die Bibliothek der Humboldt-Universität zu Berlin ist wieder benutzbar. Bild: Andreas Pein

Die Sehnsucht nach dem Hörsaal wächst. An den Hochschulen leiden junge Menschen nicht nur unter dem Digitalsemester, sondern kämpfen mit dem Alltag. Zwei Studentinnen berichten.

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          Es ist jetzt 475 Tage her, und wir erinnern uns noch daran, als wäre es gestern gewesen. Hätten wir damals, am letzten Vorlesungstag des Wintersemesters 2019/2020, geahnt, dass es das letzte Mal sein würde, dass wir einen Hörsaal von innen sehen, hätten wir den Anblick genossen, ihn geradezu in uns aufgesogen. Wir hätten uns genau eingeprägt, wie so ein Hörsaal aussieht – ja, wir wagen sogar, zu behaupten: Hätten wir geahnt, was auf uns zukommt, wären wir sitzen geblieben. Zumindest hätten wir so lange ausgeharrt wie nur möglich.

          Aber nun sitzen wir hier. Seit 400 Tagen sitzen wir in ein und demselben Zimmer, an demselben Schreibtisch, auf demselben Stuhl. Der Ausblick, ein Bett, ein Kleiderschrank, ein Laptop. So haben wir uns unser Studentenleben nicht vorgestellt. Wir hatten auf Kneipen, Clubs, Lerngruppen, Filmabende gehofft, wir haben uns gewünscht, Leute kennenzulernen, tagsüber in der Bibliothek zu sitzen und abends unsere Freunde zu sehen. Doch wir bekamen diese weiße Wand, die wir seit über einem Jahr über den Rand unseres Laptops hinweg anstarren.

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