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Start-ups an den Hochschulen : Studenten in Gründerlaune

  • -Aktualisiert am

Hoch hinaus: Maximilian Felsner und Zarah Bruhn haben schon im Studium ein Unternehmen gegründet. Bild: Jan Roeder

An den Unis entstehen immer mehr Start-up-Ideen. Darunter sind erstaunlich viele Erfolgsgeschichten und es gibt viele Wege der Unterstützung.

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          Im Sommer 2015 erreichten mehr als eine Million Flüchtlinge Europa. Wie viele andere Deutsche hatte Zarah Bruhn sie am Bahnhof begrüßt und mit Essen und Kleidung versorgt. Sie habe sich aber bald gefragt: „Was passiert wohl mit den Geflüchteten, wenn die große Euphorie verschwunden ist?“, sagt Bruhn, die zu der Zeit Betriebswirtschaftslehre an der Technischen Universität (TU) in München studierte, fünf Jahre später.

          Schnell sei ihr klar gewesen, dass man die Flüchtlinge in den deutschen Arbeitsmarkt integrieren müsse. Denn ein Job gebe Menschen, die in einem fremden Land ankommen, eine feste Struktur. „Das Problem: Unternehmen sind zwar oft interessiert daran, Geflüchtete einzustellen, aber der bürokratische Aufwand und die Sprachbarriere schrecken sie ab“, sagt die 28 Jahre alte Betriebswirtin. Im Jahr 2016 gründeten sie und ihr Freund Maximilian Felsner deshalb noch während ihres Masterstudiums die Non-Profit-Organisation Social-Bee.

          Das Start-up, das sich selbst „Deutschlands erster Integrationsdienstleister“ nennt, hilft Unternehmen dabei, Flüchtlinge für ihren Betrieb zu gewinnen, und nutzt dafür das Konzept der Zeitarbeit: Social-Bee stellt die Geflüchteten ein und verleiht sie dann für ein Jahr gezielt an Unternehmen, die langfristig an einer Übernahme interessiert sind. Von dem Geld, das Social-Bee von den Unternehmen erhält, bezahlt das Start-up, das inzwischen 22 Mitarbeiter beschäftigt, den Lohn der Flüchtlinge und ein einjähriges Integrationsprogramm für den jeweiligen Mitarbeiter.

          Studierende wollen sich verwirklichen

          Die Social-Bee-Gründerin hat ein Problem erkannt, eine Lösung entwickelt und sie in Form eines Start-ups in die Tat umgesetzt. Mit diesem Ansatz ist Bruhn nicht allein: Knapp 1800 Gründungen haben deutsche Hochschulen im Jahr 2017 gemeldet, das sind 50 Prozent mehr als im Jahr 2012. Ein Großteil der jungen Gründer beschäftigt sich mit innovativen Ideen aus dem IT-Bereich, häufig handelt es sich aber auch um neue Produkte in der Lebensmittelbranche oder im Gesundheitswesen. Viele Start-ups, die von Studierenden auf die Beine gestellt wurden, gehören heute zu den Stars der Gründerszene – zum Beispiel das Verkehrsunternehmen Flixbus oder die Fitness-App Freeletics. Auch die Initiatoren des Software-Start-ups Celonis, das Investoren vor kurzem mit 2,5 Milliarden Dollar bewerteten, waren Studenten. Celonis ist damit ein sogenanntes Einhorn – ein Start-up mit einer Marktbewertung von mindestens einer Milliarde Dollar also.

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          Hinter der neuen Gründerlaune der Studierenden steckt der Wunsch nach Selbstverwirklichung, glaubt Zarah Bruhn. „Jobs in großen Firmen sind für viele Studierende nicht mehr attraktiv. Sie sind nicht mehr dynamisch und innovativ genug.“ Matthias Baum, der den Lehrstuhl für Entrepreneurship an der TU Kaiserslautern leitet, sieht das ähnlich: „Die Karriereperspektiven junger Menschen verändern sich. Die Möglichkeit, ein eigenes Unternehmen zu gründen, ist an den Hochschulen sehr präsent.“ Viele Universitäten fördern angehende Gründer mit Workshops, Zugängen zu Gründernetzwerken oder eigenen Büros. „Auch die Art, wie die Professoren das Thema Entrepreneurship leben, spielt eine wichtige Rolle“, sagt Baum. „Studierende sollten schon im Studium erste Ideen entwickeln und umsetzen können. Dazu gehören zum Beispiel ein eigener Businessplan oder sogar ein Investorenpitch“ – also das Vorstellen der Geschäftsidee vor Kapitalgebern, die im besten Fall davon überzeugt werden können, in das Unternehmen zu investieren.

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