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Interview mit Soziologen : Ostdeutschland ist kein eingebildeter Kranker

  • -Aktualisiert am

Eine Altstadt, die auch Hollywood fasziniert: Görlitz Bild: Europastadt GörlitzZgorzelec GmbH

Ist der deutsche Osten ein Brennglas oder ein Zerrspiegel gesellschaftlicher Stimmungen? Ein Gespräch über unausgeheilte Brüche, falsche Vorstellungen von Modernisierung und Versäumnisse in der Sozialwissenschaft.

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          Herr Mau, am Wochenende wird in Brandenburg und Sachsen gewählt. Erfolge der AfD sind wahrscheinlich. Ist der Rechtsruck in Ostdeutschland eine Folge der Fehler des vom Westen diktierten Beitrittsprozesses der früheren DDR?

          Steffen Mau: Mir geht es nicht um die Schuldfrage, ich will soziales Handeln verstehen. Die derzeitigen Erklärungen für die Lage in Ostdeutschland sind dürftig. Man muss in die Geschichte der DDR zurückgehen, um die heutige mentale Entfremdung zwischen Ost und West zu verstehen, und dabei das Zusammenspiel von Sozialstruktur und Mentalitäten beachten. Wenn man das macht, darf man keine Einpassung in oder Anpassung an die westdeutsche Modellgesellschaft erwarten, sondern fängt an zu verstehen, dass sich eine eigenständige soziale Formation gebildet hat.

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