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Plagiatsfälle in der Slowakei : Auch der Bildungsminister steht unter Verdacht

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Branislav Gröhling, Minister für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Sport der Slowakei, spricht mit Mundschutz bei einer Pressekonferenz. Bild: dpa

Branislav Gröhling soll in seiner Abschlussarbeit großflächig abgeschrieben haben, weist dies aber zurück. Pikant: Als Bildungsminister ist er gerade dabei, neue Regeln zur Verhinderung von Plagiaten einzuführen.

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          Dem slowakischen Bildungsminister Branislav Gröhling wird vorgeworfen, beim Abschluss seines Jura-Studiums ein Plagiat begangen zu haben. Seine Diplomarbeit aus dem Jahr 2009 habe der Politiker zu großen Teilen einfach aus anderen Arbeiten zusammengefügt und diese Quellen nicht eindeutig zitiert, berichtete die liberale Tageszeitung „Dennik N“ am Montag online. Am selben Tag kam „Sme.sk“ anhand von Textbeispielen zu dem Schluss: „Dass er abgeschrieben hat, ist auf den ersten Blick zu sehen.“

          Am Dienstagnachmittag widersprach der liberale Minister in einer Pressekonferenz und wies Rücktrittsaufforderungen zurück. Seine Diplomarbeit sei zwar „kein Glanzstück“, aber sie habe die damals geltenden internen Vorschriften seiner Hochschule erfüllt. Gröhling hatte an einer kleinen Privathochschule in Bratislava studiert.

          Der konservative Regierungschef Igor Matovic erklärte vor Journalisten, dass er Gröhling nicht als Minister verlieren wolle. Allerdings wies er auch darauf hin, dass ausgerechnet Gröhling von der Regierung beauftragt sei, neue Regeln zur Verhinderung von Plagiaten einzuführen. Diesen Auftrag hatte Gröhling erst vergangene Woche als Reaktion auf mehrere Plagiatsskandale führender Politiker erhalten. „Womöglich findet er eine solche Regelung, die ihn auch selbst seinen Titel kostet“, sagte Matovic zu Journalisten.

          Erst vor Kurzem überstand der rechtspopulistische Parlamentspräsident Boris Kollar ein Misstrauensvotum wegen eines offensichtlichen Plagiats. Die Vierparteien-Koalition stürzte aber vorübergehend in eine Krise. Nur um die Koalition nicht zu gefährden, hatten Gröhlings Partei und andere Kritiker Kollars auf eine Teilnahme an der Abstimmung verzichtet und so dessen Sturz verhindert.

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