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Im kommenden Semester : Schiller-Universität Jena bietet neuen Krisen-Studiengang an

  • Aktualisiert am

Der Campus der Universität in Jena. Bild: dpa

Aus der Krise lernen: In Jena können Master-Studierende genau das ab dem Wintersemester 2020/2021.

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          Die Schiller-Universität Jena bietet bald das passende Studium zur Corona-Krise: Vom Wintersemester 2020/21 an seien Interessenten dazu eingeladen, den Master-Studiengang „International Organisations and Crisis Management“ zu belegen, teilte die Hochschule am Freitag in der Saalestadt mit. Der neue Studiengang sei international und englischsprachig vorgesehen. Vier Semester lang könnten Studierende aus der ganzen Welt und verschiedenen Kulturen gemeinsam Krisen aus ihrer je eigenen Perspektive studieren, sagte ein Uni-Sprecher.

          „Nach der Krise ist vor der Krise. Die Frage steht, was sie gemeinsam haben und wie wir ihnen begegnen können“, sagt Rafael Biermann. Der Professor für Politikwissenschaften hat mit seinem Kollegen Christian Kreuder-Sonnen den neuen Studiengang konzipiert. Dabei werde besonders die Arbeit internationaler Regierungs-, aber auch Nichtregierungsorganisationen untersucht. Im Fokus stünden etwa das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen, die Weltgesundheitsorganisation, das Internationale Rote Kreuz und Ärzte ohne Grenzen.

          „Wir bedenken die Möglichkeiten und Grenzen internationalen Krisenhandelns ebenso wie die Versuchungen zum nationalen Alleingang und die Notwendigkeiten internationaler Koordination“, sagte Kreuder-Sonnen. Bedacht würden zudem die Legitimitätskrisen, in die Organisationen selbst gerieten, wenn sie einer Krise nicht gerecht würden und reformiert werden müssten. Das neue Angebot sehe ein Pflichtsemester im Ausland an Universitäten wie Birmingham, Haifa oder Rhodes Island vor, wo ebenfalls Krisen studiert werden könnten.

          Vorgesehen sind zudem Seminare mit Praktikern ebenso wie Exkursionen zum Sitz internationaler Organisationen in Europa oder Praktika in Organisationen, Ministerien oder „Denkfabriken“. Eine regelmäßige Sommerschule wird sich diversen Krisenszenarien widmen.

          Mit dem neuen Studiengang möchte das Institut für Politikwissenschaft der Uni Jena nach eigenen Angaben dazu beitragen, Erfahrungen wie die Corona-Krise „langfristig zu bewahren und zu reflektieren“ und Experten mit breitem Krisenwissen für internationale Organisationen, nationale Verwaltungen, für Medien, Industrie und Wissenschaft ausbilden.

          Internationale Studierende können sich bis zum 31. Juli bewerben, für Bewerbungen aus Deutschland endet die Frist am 15. September. 

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