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Ausbildungs-Reform : Psychotherapie und Geburtshilfe werden Studiengänge

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Patienten sollen künftig auf der Couch Psychotherapeuten gegenüber sitzen, die einen eigenen Studiengang absolviert haben. Bild: Picture-Alliance

Angehende Psychotherapeuten und Hebammen sollen künftig zur Uni gehen. Dazu hat der Bundestag ein Gesetz verabschiedet. Eine Hürde gibt es aber noch.

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          Die Ausbildung von Psychotherapeuten soll künftig über ein eigenständiges Studium laufen und dann für Berufseinsteiger auch finanziell lukrativer werden. Darauf zielt ein Gesetzentwurf von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ab, den der Bundestag am späten Donnerstagabend verabschiedete.

          Auch Hebammen müssen künftig an die Uni. Auch dazu hat der Bundestag seine Zustimmung gegeben. Das neue Gesetz sieht für alle zukünftigen Geburtshelferinnen und Geburtshelfer ein duales Studium mit einem hohen Praxisanteil vor.

          Bevor beide Reformen in Kraft treten kann, muss noch der Bundesrat zustimmen. Die neuen Psychotherapie-Studiengänge sollen aber ohnehin erst zum Wintersemester 2020 starten. Vorgesehen ist ferner, dass während der anschließenden Weiterbildung in Kliniken oder ambulanten Einrichtungen auch ein kleines Gehalt bezahlt werden muss. Darauf besteht bisher kein gesetzlicher Anspruch.

          Die neue Universitätsausbildung für angehende Psychotherapeuten soll fünf Jahre dauern. Nach bestandener Prüfung bekommen Absolventen eine Behandlungserlaubnis (Approbation). Es schließt sich aber noch eine Weiterbildung an, nach der sich Psychotherapeuten dann auch ins Arztregister eintragen lassen können. Bisher mussten Psychotherapeuten zunächst Psychologie oder Pädagogik studieren, danach folgte eine Ausbildung - ohne Anspruch auf Vergütung.

          Auch Hebammen sollen während des Studiums Geld kriegen

          Hebammen werden bislang an Hebammenschulen ausgebildet. Voraussetzung ist die mittlere Reife oder ein gleichwertiger Schulabschluss. Künftig soll eine zwölf Jahre lange Schulausbildung oder eine abgeschlossene Ausbildung in einem Pflegeberuf Voraussetzung für die Zulassung zur Ausbildung sein. Das duale Studium soll in Vollzeit mindestens sechs und höchstens acht Semester dauern. Auch die angehenden Hebammen sollen während des Studiums eine Vergütung erhalten.

          Der medizinische Fortschritt eröffne neue Möglichkeiten in der Diagnostik, Therapie, Prävention, Rehabilitation und Pflege, heißt es in dem Gesetz. Auch die Digitalisierung verändere die
          Gesundheitsversorgung. Mit dem Gesetz wird zugleich eine EU-Richtlinie umgesetzt.

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