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Präsenzlehre : Hochschulen kritisieren Bundes-Notbremse

  • Aktualisiert am

Klausur unter Corona-Bedingungen am 1. März in Frankfurt Bild: Finn Winkler

Die Lehre an der Schule habe wenig gemein mit der Lehre an Unis, kritisiert der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz. Die „minimalen Praxismöglichkeiten“ müssten auch bei höheren Inzidenzen erhalten bleiben.

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          Aus den Hochschulen kommt Kritik an der geplanten Bundes-Notbremse. „Eine pauschale und ausnahmslose Untersagung jeglicher Präsenzformate ab einem Inzidenz-Schwellenwert von 165 würde eine erhebliche Zahl an Studierenden unmittelbar schädigen“, sagte der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), der Interessenvertretung der Hochschulen in Deutschland, Peter-André Alt am Dienstag laut einer Mitteilung.

          Die HRK fordere den Erhalt der bisherigen, ohnehin minimalen Praxismöglichkeiten in Lehre und Studium. „Labortätigkeiten, praktische Ausbildungsabschnitte, künstlerische Übungen und Prüfungen sowie der Zugang zum Bestand der Hochschulbibliotheken müssen und können auch bei höheren Inzidenzen aufrechterhalten werden.“

          „Völlig sachfremde Übertragung des schulischen Modells“

          In der sogenannten Bundes-Notbremse, die am Mittwoch im Bundestag verabschiedet werden soll, werden Hochschulen in einem Atemzug mit Schulen genannt: Ab einem Inzidenzwert von 100 in einem Landkreis oder einer Stadt darf demnach nur noch Wechselunterricht angeboten werden, ab 165 ist Präsenzunterricht untersagt.

          Alt kritisierte „eine völlig sachfremde Übertragung des schulischen Modells auf den akademischen Betrieb“. Hochschullehre vollziehe sich nicht in Klassenverbänden. Veranstaltungen seien teilweise völlig, teilweise überhaupt nicht digital organisierbar. „Ich erwarte und fordere, dass Bund und Länder sachgerechte Regelungen finden.“

          Die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Sabine Dittmar, räumte am Dienstag ein, dass in den Beratungen hauptsächlich über Schulen gesprochen worden sei - und nicht über Hochschulen, an denen der Lehrbetrieb in der Regel ganz anders organisiert sei. Hier hätten allerdings „die Länder natürlich die Möglichkeit, das zu regeln“. Sollten Defizite des neuen Gesetzes in der Praxis zutage treten, gebe es zudem auch noch die Möglichkeit, hier „nachzuarbeiten“.

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