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Nachruf : Zum Tode von Christian Scholz

Er war innovativ, offen, mischte sich gerne in Debatten ein und wurde so zu einer der bedeutendsten und bekanntesten Stimmen im Personalmanagement. Nun ist der Saarbrücker Wissenschaftler Christian Scholz unerwartet verstorben.

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          „Schreibst Du noch, oder bloggst Du schon?“ hatte Christian Scholz in seinem ersten Eintrag am 15. September 2006  gefragt und die Antwort gleich mitgeliefert. „Per Anhalter durch die Arbeitswelt“ hieß der Blog, den er an diesem Tag auf FAZ.NET eröffnete und es sollte eine beeindruckende Erfolgsgeschichte in der sonst oftmals kurzlebigen Blogwelt werden.

          Sven Astheimer

          Verantwortlicher Redakteur für die Unternehmensberichterstattung.

          Die Inspiration war offenkundig: Das Kultbuch „Per Anhalter durch die Galaxis“ von Douglas Adams hatte Pate gestanden. „Aus meiner Sicht eines der besten Bücher überhaupt“, schrieb Scholz damals und formulierte seine Leitfrage, die nicht nur für seine Online-Rubrik galt, sondern für sein berufliches Lebenswerk insgesamt: „Wie kann man sich in der Arbeitswelt zurecht finden?“

          Für diese Frage war er prädestiniert. In Regensburg hatte der Österreicher zunächst BWL studiert und sich später auch habilitiert. Zum eigentlichen Zentrum seines beruflichen Schaffens wurde jedoch die Universität Saarbrücken, wo er mehr als dreißig Jahr lang einen Lehrstuhl für BWL innehatte mit den Schwerpunkten auf Organisations- und Personalfragen.

          Christian Scholz
          Christian Scholz : Bild: privat

          Scholz war innovativ, offen, mischte sich gerne in Debatten ein und ging auch keinem Konflikt aus dem Weg, er suchte den Weg in die Medien und wurde so zu einer der bedeutendsten und bekanntesten Stimmen im Personalmanagement. In seinen vielen Publikationen kreierte Scholz Begriffe wie den „Darwiportunismus“ oder zuletzt die „Generation Z“, denen allerdings der große Bedeutungsdurchbruch verwehrt blieb.

          Das Anliegen des Wissenschaftlers Christian Scholz war es, Forschung und Praxis zusammen zu bringen. Als Hochschulprofessor war Scholz stets auch der Realität in der Arbeits- und Unternehmenswelt dicht auf den Fersen und spießte seine Beobachtungen mit literarischer Leichtigkeit und messerscharfer Analyse bis zuletzt in seinem Anhalter-Blog auf, das er nach vielen Jahren für die F.A.Z. auf einer eigenen Homepage weiter betrieben hat. Noch im Mai offenbarte er die „Zauberformel für moderne Büros“. Diese Reise ist nun zu Ende. Christian Scholz verstarb am 4. Oktober im Alter von 66 Jahren.

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