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Interview-Reihe „Auf ein Wort“ : Ich will mich für nichts verschließen

  • -Aktualisiert am

Jakob Boyny, 22 Jahre, studiert an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt im vierten Semester Lehramt für Gymnasien. Bild: Wolfgang Eilmes

Lehramtsstudent Jakob Boyny ist eigentlich gerade im Praxissemester. Doch das Schulpraktikum setzt wegen der Corona-Krise aus. Genug zu tun hat der Cellist trotzdem.

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          Was liegt an diese Woche?

          Ich werde noch in Frankfurt sein und von meiner Wohnung aus arbeiten, denn ich bin gerade im Praxissemester an einer Schule. Mein Praktikum setzt zwar aus, aber die Bildungswissenschaften-Seminare laufen weiter. Ich habe das Glück, zu Hause weiterhin Klavier und Cello üben zu können. Leider sind allerdings gemeinsame Proben sowie Konzerte abgesagt worden.

          Was gefällt Ihnen an dem Fach, das Sie studieren?

          Ich finde es toll, dass ich im Musikstudium so viel Praxis habe. Dass ich so viel Einzelunterricht bekomme und meine eigene Entwicklung voranbringen kann. Musik ist meine Leidenschaft, und ich bin damit groß geworden, denn meine Eltern sind auch Musiker. Mein Hauptinstrument ist Cello.

          Und was stört Sie?

          Da man im Schulmusikstudium so viele Einblicke bekommt, macht es mich manchmal traurig, dass ich nicht genug Zeit habe, um alles zu intensivieren.

          Was wollten Sie Ihrem Hochschulpräsidenten schon immer mal sagen?

          Da fällt mir nichts ein.

          Ihr Lieblingsort in der Hochschule?

          Im Hof ist es im Sommer total schön. Und ich mag den einladenden Eingangsbereich, da herrscht immer ein Gefühl von Verbundenheit und man trifft sich. Das ist besonders hier an der Hochschule.

          Und wohin gehen Sie auf keinen Fall, wenn Sie nicht müssen?

          So einen Ort gibt es nicht.

          Wo ist in der Hochschule der beste Ort zum Flirten?

          Da wo Leute sind, zum Beispiel im Hof. Im eigenen Übungsraum geht das nicht.

          Wie wohnen Sie?

          In einer Wohngemeinschaft in Frankfurt.

          Wie finanzieren Sie Ihr Studium?

          Hauptsächlich durch meine Eltern. Ich arbeite außerdem seit kurzem an einer Musikschule als Cellolehrer.

          Wo gehen Sie abends am liebsten hin?

          Im Sommer bin ich gerne mit Freunden am Main. Ich gehe aber auch gerne mal in die Bar um die Ecke.

          Was gefällt Ihnen an Frankfurt, was nicht?

          Ich hatte erst ein negatives, klischeebesetztes Bild von Frankfurt. Ich kannte die schönen Ecken noch nicht. Je länger ich hier wohne, desto wohler fühle ich mich. Frankfurt hat viel zu bieten, auch sehr viel Kultur. Manchmal habe ich aber das Gefühl, dass die Stadt mit viel Stress verbunden ist. Ich würde mir mehr Offenherzigkeit auf der Straße wünschen.

          Was wollen Sie nach dem Studium machen?

          Das möchte ich mir offenhalten. Ich studiere auf Lehramt, und das ist auf jeden Fall eine Option, aber ich merke auch, dass es viele Türen gibt, an denen ich nicht einfach nur vorbeigehen möchte. Eine Zielrichtung ist wichtig, aber ich will mich für nichts verschließen.

          Aufgezeichnet von Lioba Sixel

          Jakob Boyny, 22 Jahre, studiert an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt im veirten Semester Lehramt für Gymnasien

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