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Hochschulpolitik : Paradoxien im Kanzleramt

  • -Aktualisiert am

Das Hauptgebäude der Martin-Luther-Universität in Halle Bild: dpa

Eine solide Finanzpolitik von Hochschulen ist nur zu erwarten, wenn die Position des Kanzlers reformiert wird. Damit wird auch Sparzwängen wie derzeit in Halle vorgebeugt. Ein Gastbeitrag.

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          Dass die Universität Halle-Wittenberg „seit Jahrzehnten . . . mehr Geld ausgibt, als sie hat“, war Ende April in der F.A.Z. zu lesen. Das nach langem Zögern nun erfüllte Kürzungsszenario trifft, wieder einmal, die Geisteswissenschaften. Das ist nicht neu, sondern an vielen Standorten so, wo, aus welchen Gründen auch immer, gekürzt werden muss. Es ist leicht zu erklären: In diesen Wissenschaften greifen Kürzungen schneller als in den Naturwissenschaften, in denen teure Labore und Apparaturen nutzlos würden, welche von Dauerpersonal betreut werden, das man nicht entlassen kann. Das entscheidende Thema ist aber ein anderes: Wie kann es dazu kommen, dass über Jahrzehnte mehr Geld ausgegeben wird, als vorhanden ist?

          Die Antwort lautet: weil offenbar weder die Hochschule noch das Aufsicht führende Ministerium ein funktionierendes Controlling besaß, das in kurzen Abständen von wenigstens einem Quartal darüber informiert, was jeweils Kontostand und Verpflichtungen sind. Dafür sind allerdings nicht „die“ Leitungen von Hochschulen verantwortlich, also nicht Rektorinnen oder Rektoren, Präsidenten oder Präsidentinnen, sondern die „Beauftragten für den Haushalt“, wie es in den Hochschulgesetzen heißt, also Kanzlerinnen und Kanzler und natürlich, als Aufsichtsbehörden, die Ministerien.

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