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Gendersprache : Warum geschlechtergerechte Sprache nicht gerecht ist

  • -Aktualisiert am

Bild: Greser & Lenz

Die sozialwissenschaftlichen Grundlagen für Gendersprache sind ausgesprochen dünn. Das hält viele Institutionen bislang nicht davon ab, der Bevölkerung nervtötende und unsinnige Sprachregeln aufzunötigen. Ein Gastbeitrag.

          7 Min.

          Gegner von Gendersprache leben in schweren Zeiten. Sie stellen zwar zahlreichen Umfragen zufolge eine große und gar wachsende Mehrheit in der Bevölkerung. Noch unter Frauen überwiegt eine teils starke Ablehnung, und nicht einmal im gendernden Kernmilieu, nämlich bei den Anhängern der grünen Partei, sympathisiert die klare Überzahl mit Asteriskus oder Binnen-I. Doch zumindest im veröffentlichten Diskurs werden Kritiker der Gendersprache mittlerweile klar geschmäht: zu männlich, zu rechts, irgendwie nicht auf der Höhe der Zeit. Gegen die offiziellen Re­gelungen zur Orthographie wird mittlerweile in Schulen und Universitäten, auch in Verlagen und Behörden sprachliche „Gerechtigkeit“ eingefordert — und sanktioniert. Zuweilen nicht nur moralisch, sondern auch in der harten Währung et­wa von Benotungen.

          Nun mag man einwenden, dass auch Mehrheiten irren können und höhere Einsicht auch sie auf den rechten linken Pfad zurückführen müsste. Sicherlich: Auf die Frage, ob oder in welchem Ausmaß politischer Aktivismus in Schulen und Behörden, im öffentlichen Rundfunk und in den Printmedien über das Medium der Sprache diese uneinsichtige, die Er­kenntnisse der Zeit verschlafende, möglicherweise gar latent frauenfeindliche Mehrheit pädagogisch, zwar gegen ihren Willen, aber doch zu ihrem Besten, formen soll und wie sich dieser gute Zweck mit anderen Erfordernissen von Sprache, etwa Lesbarkeit, Ästhetik oder bloß Verständlichkeit für andere, so noch zusätzlich disprivilegierte Gruppen verträgt, können keine rein wissenschaftlichen Ant­worten erwartet werden. Für andere Aspekte wird allerdings gern auf wissenschaftliche „Fakten“ verwiesen. So leide das generische Maskulinum insbesondere an dem Makel, dass seine Leser sich nicht in ausreichendem Maße Leserinnen vorstellen, die daher aus Gründen der Geschlechtergerechtigkeit durch die ungeliebten Formen „sichtbar“ gemacht werden müssten.

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