Gendersprache :
Warum geschlechtergerechte Sprache nicht gerecht ist

Von Stefan Beher
Lesezeit: 7 Min.
Die sozialwissenschaftlichen Grundlagen für Gendersprache sind ausgesprochen dünn. Das hält viele Institutionen bislang nicht davon ab, der Bevölkerung nervtötende und unsinnige Sprachregeln aufzunötigen. Ein Gastbeitrag.

Gegner von Gendersprache leben in schweren Zeiten. Sie stellen zwar zahlreichen Umfragen zufolge eine große und gar wachsende Mehrheit in der Bevölkerung. Noch unter Frauen überwiegt eine teils starke Ablehnung, und nicht einmal im gendernden Kernmilieu, nämlich bei den Anhängern der grünen Partei, sympathisiert die klare Überzahl mit Asteriskus oder Binnen-I. Doch zumindest im veröffentlichten Diskurs werden Kritiker der Gendersprache mittlerweile klar geschmäht: zu männlich, zu rechts, irgendwie nicht auf der Höhe der Zeit. Gegen die offiziellen Re­gelungen zur Orthographie wird mittlerweile in Schulen und Universitäten, auch in Verlagen und Behörden sprachliche „Gerechtigkeit“ eingefordert — und sanktioniert. Zuweilen nicht nur moralisch, sondern auch in der harten Währung et­wa von Benotungen.

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