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Wissenschaftler in der Krise : Von den geistigen Quellen abgeschnitten

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Leere Bibliotheken: Seit den neuen Corona-Beschränkungen verzeichnen die Bibliotheken einen starken Rückgang an Besuchern. Bild: dpa

Da Geistes- und Sozialwissenschaften ohne Labore auskommen, werden sie länger als andere im „Homeoffice“ gehalten. Doch den literaturgestützten Fächern fehlen so ihre Gegenstände und ihre Hilfsmittel. Ein Gastbeitrag.

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          Die Diskussion über die Auswirkungen der Corona-Pandemie an Universitäten kreisen um die Lehre. Die Beeinträchtigungen der Forschung sind dagegen in den Hintergrund getreten – und damit die Geisteswissenschaften selbst. Mit dem Ruhen kultureller Veranstaltungen oder deren Verschiebung in digitale Formate brechen den Geistes- und Sozialwissenschaften nicht nur Gegenstände ihrer Forschung und Möglichkeiten experimenteller Erprobung ihrer Thesen weg, sondern auch Foren ihrer öffentlichen Sichtbarkeit. Damit fehlt ihnen ein wichtiger Teil ihres Selbstverständnisses als Wissenschaften, deren Aufgabe auch in der Erklärung kultureller Phänomene und der Vermittlung ihrer Deutungen besteht.

          Zu beklagen haben die Geisteswissenschaften den Verlust des universitären Arbeitsplatzes bei gleichzeitiger Beanspruchung durch Kinderbetreuung, die Zusatzbelastung durch die digitale Lehre, die Schließung oder eingeschränkte Nutzung von Bibliotheken und Archiven, die Reisebeschränkungen, den Wegfall von Konferenzen und internationalen Kooperationen, schließlich die Verlangsamung von Begutachtungs- und Publikationsprozessen.

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