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Forschung an der Uni Mainz : Kunststoff, der denken kann

Er will zwischen Kunststoff und Zellen übersetzen: Andreas Walther Bild: Privat

Andreas Walther, Professor für Makromolekulare Chemie an der Uni Mainz, will Materialien aus Plastik weiterentwickeln und sie auf lange Sicht mit Zellen von Organismen kombinieren. Dadurch soll eine Form der Künstlichen Intelligenz entstehen.

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          Kann ein Stück Plastik intelligent sein? Ja, meint Andreas Walther, Professor für Makromolekulare Chemie an der Uni Mainz. Schon heute gebe es Kunststoffe, die sich auf äußere Reize hin verändern, also in gewissem Sinne lernen könnten. Walther will solche Materialien weiterentwickeln und sie auf lange Sicht mit Zellen von Organismen kombinieren, wodurch sich die Grenze zwischen lebender und toter Materie auflösen würde. Der Europäische Forschungsrat hat ihm dafür einen Consolidator Grant im Wert von zwei Millionen Euro zuerkannt, eine der höchstdotierten Forschungsförderungen der EU.

          Sascha Zoske

          Blattmacher in der Rhein-Main-Zeitung.

          Walther und sein Team möchten Polymere entwickeln, die durch Training einfache Reaktionen erlernen und mit ihrer Umgebung interagieren können – also auch mit biologischen Zellen. Dadurch soll sich eine Art Sprache zwischen Kunststoff und Zellen entwickeln, die es ermöglicht, dass sich beide Komponenten gemeinsam weiterentwickeln.

          Nach den Worten des Wissenschaftlers müssen dafür Gedächtnisfunktionen etabliert und Wege zur Verarbeitung chemischer und physikalischer Signale geschaffen werden. Mögliche Anwendungen für solche Materialien wären künstliche Muskeln und andere synthetische Gewebe.

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