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Folgen von Corona : Die Publikationslücke der Frauen

  • -Aktualisiert am

Am meisten haben Mütter von jungen Kindern unter dem plötzlichen Übergang in die Digitalität gelitten. Bild: dpa

Die schnelle Umstellung der Hochschulen auf den Online-Betrieb hatte ihren Preis. Es zeigt sich: Kinderbetreuung und digitale Lehre lassen kaum Zeit für Forschung. Ein Gastbeitrag des Präsidenten der TU Berlin.

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          Einiges haben wir Hochschulen in der Corona-Krise gelernt. Zum Beispiel, wie schnell wir in der Lage sind, in einer Notsituation zu reagieren, in der es eben einfach nicht anders ging. Innerhalb weniger Wochen stellten die Universitäten und Hochschulen Deutschlands den gesamten Vorlesungsbetrieb auf „digital“ um. Die Universitäten gingen in einen Präsenznotbetrieb und ihre Beschäftigten in das Homeoffice. Bei allen regionalen Verschiedenheiten ist es uns gelungen, unter hohem organisatorischen Aufwand und persönlichem Einsatz der Mitarbeiter einen Beitrag zur Eindämmung des Virus zu leisten. Denn allein die 200.000 Studenten Berlins, wenn sie täglich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs wären und in Hörsälen säßen, würden ein erhebliches Verbreitungsrisiko darstellen. Keine Hochschule ist – zum Glück bislang – als Hotspot der Corona-Verbreitung aufgefallen.

          Nun hatte diese zügige Umstellung auch ihren Preis: Die Digitalisierung ist in unseren verschiedenen Lebensbereichen in Vor-Corona-Zeiten unterschiedlich weit vorangeschritten und präsent gewesen. In der universitären Lehre waren es bislang überwiegend Pilotprojekte, die den digitalen Lehrbetrieb erhellten. Von Digitalisierung im Verwaltungsbereich ist bislang – jedenfalls in Berlin – gar nichts zu merken. Entsprechend anstrengend ist die Umstellung auch gewesen. Die technischen Voraussetzungen für das Homeoffice sind in den öffentlichen Verwaltungen von Bildungseinrichtungen nicht standardisiert. Mitarbeiter mussten ihre eigenen Laptops oder Computer und privat bezahlte Internetverbindungen nutzen, wenn überhaupt etwas funktionieren sollte. Studenten, die in einem kleinen Zimmer in einer Wohngemeinschaft leben, haben nicht immer einen Internetzugang zu den digital angebotenen Lehrveranstaltungen. Freies W-Lan steht ihnen kaum, jedenfalls nicht ausreichend zur Verfügung. Wir sind in eine Lage hineingeschlittert, in der alle nur mit Glück und Improvisation einigermaßen reüssieren konnten.

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