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Die Uni-Mensen öffnen : Endlich wieder Mittagspause

  • -Aktualisiert am

Genau eine Stunde haben sie in ihrem Studiengang mittags immer Pause. Nicht viel, wenn man erst selber kochen muss. Abdu, der mit Laura im Bachelor IT-Systems Engineering studiert, sagt: „Ich freue mich immer auf diese Momente, in denen ich hier Leute treffe, die ich bis jetzt nur online gesehen habe, und sage: ‚Ach so siehst du aus! Wie geht’s dir?‘“ Laura ergänzt: „Ich finde, man merkt, dass man sich in diesen Pausen, die man zusammen verbringt, viel effektiver erholt.“ Im Lockdown habe sie sich mit ihrem Tiefkühlgemüse nur vor den PC gesetzt und weitergearbeitet.

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Auf wie viele Arten das gemeinsame Essen wichtig ist, weiß auch Thomas Ellrott, der das Institut für Ernährungspsychologie an der Universität Göttingen leitet. „Mensen haben vielfältige nutritive, soziale, emotionale und psychologische Funktionen“, sagt er. „Gemeinsame Mahlzeiten fördern Vertrauen, Gemeinschaft, Zugehörigkeit und Nähe.“ Sie seien ein entscheidender Baustein für die soziale Einbettung der Studenten und damit ein wichtiger Stabilitätsanker im Leben. Zudem seien diejenigen im Studium erfolgreicher, die unter den Studenten viele Freunde haben und gut inte­griert sind. Um diese Bindungen zu formen, seien Mahlzeiten wichtig. „Gemeinsames Essen bietet eine ausgezeichnete Möglichkeit, um sich mit anderen zu verbinden, an den Freuden und Herausforderungen des Studiums teilzuhaben, sich akzeptiert zu fühlen, kommunikative Fertigkeiten zu trainieren und Neues zu lernen“, sagt Ellrott.

Endlich mal weg vom Bildschirm

13.30 Uhr, so langsam hat sich auch bei mir der Hunger eingestellt. Wie wohl das Essen heute schmeckt? Das Urteil der vier Studis fällt gut aus: zwischen 7,5 und 8 Sterne geben sie den Gemüseköttbullar. Da kommt schon die Mitarbeiterin und verkündet, dass die Mensa jetzt schließt, man aber noch sitzen bleiben könne. Also schnell los, um die Mensa-Version des Ikea-Klassikers endlich selbst zu probieren. Doch zurück an der Ausgabe werden schon Deckel auf Töpfe gedrückt und Eimer zum Wischen umhergetragen. „Ähm, kriege ich noch was?“ Die Eingangstür wird verschlossen, das Licht geht aus.

Keine Chance. Die Mensa-Mitarbeiterin Nicole mit grün-weißem Kittel und Berliner Schnauze ist nicht zu überreden. Seit 11 Jahren arbeitet sie schon in der Mensa Griebnitzsee. Auch sie freut sich, endlich zurück zu sein. „Wir haben uns genauso wie die Gäste gefreut, dass wir wieder offen haben.“ Ihre Lieblingsstudis, deren Extrawünsche sie kennt und auch gerne erfüllt, hat sie seitdem schon alle wiedergesehen. Eine andere Mitarbeiterin sagt im Vorbeigehen: „Wir haben hier noch viel zu tun!“ Jaja, ich bin ja schon weg! Noch hat die Mensa verkürzte Öffnungszeiten, wie auch die Bibliothek und der Lehrbetrieb vor Ort noch nicht wieder ganz hochgefahren sind. Aber es wird langsam.

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Im nun fast leeren Innenhof sitzen lachend noch Nina und Sabine beisammen. „Im Lockdown hat man nur über die Uni geredet“, sagt Nina, die im Master BWL studiert und ihre Kommilitonen vorher nur digital gesehen hatte. „Es tut sehr gut, nicht immer nur alles am Bildschirm zu machen, sondern Menschen auch persönlich zu sehen“, ergänzt Sabine. Dann müssen die beiden auch schon los, damit sie nicht zu spät zur Lehrveranstaltung kommen. Noch eine letzte Emotion zum Abschied: Wie ist es, wieder hier zu sein? „Schön“, ruft Sabine schon im Gehen über den Innenhof. „Gesellig“, ruft Nina hinterher, während die beiden zu ihrem plappernden Grüppchen aufschließen.

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