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Gruppe aus Frankfurt : Elterninitiative fordert faire Prüfungen an Unis

Auch in den Uni-Bibliotheken ist derzeit deutlich weniger los als üblich. Bild: ZB

Der Zusammenschluss will sich für eine bessere Vereinbarkeit von Familie, Studium, Lehre und Beruf einsetzen. Gerade die Prüfungsbedingungen haben sie im Visier.

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          Wie heißt es so schön: Geld ist nicht alles. Zwar können Studierende, die wegen der Corona-Krise in eine finanzielle Notlage geraten sind, seit Dienstag Zuschüsse des Bundes beantragen. Je nach Kontostand werden bis zu 500 Euro im Monat ausgezahlt, und das Geld muss auch nicht zurückgezahlt werden. Doch nicht für alle Studierenden hören die Probleme damit auf. Zum Beispiel für Julia Back.

          Jessica von Blazekovic

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Die 34 Jahre alte Mutter studiert an der Frankfurter University of Applied Sciences Soziale Arbeit und ist Mitgründerin einer neuen Elterninitiative. Der Zusammenschluss aus Studierenden, Mitarbeitenden und Lehrenden der Hochschule will sich in der Pandemie-Zeit und darüber hinaus für die Vereinbarkeit von Familie, Studium, Lehre und Beruf einsetzen.

          „Es gibt natürlich schon ein großes Netzwerk an Anlaufstellen auf dem Campus – etwa das Kinderhaus oder die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten, mit denen wir auch eng zusammenarbeiten“, sagt Back und hebt insbesondere das Engagement von Vizepräsident René Thiele hervor.

          Flickenteppich bei Prüfungsbedingungen

          Doch in der Corona-Krise sei deutlich geworden, dass das bestehende Engagement nicht ausreiche. Sie selbst habe eine drei Jahre alte Tochter und sei alleinerziehend, hinzu kämen wöchentlich 16 Stunden Videokonferenzlehre und ein Nebenjob. So ist es unter anderem der Elterninitiative zu verdanken, dass auch alleinerziehende Studierende in Hessen ihre Kinder in die Notfallbetreuung der Kitas und Schulen geben können. „Zunächst stand das nur Angestellten und Auszubildenden frei. Auf unsere Nachfrage hin gab das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst schließlich zu, dass die Studierenden vergessen wurden“, erzählt Back.

          Mit diesem Erfolg will sich die Initiative aber nicht zufriedengeben. In dieser Woche haben Back und ihre Kommilitoninnen eine Petition bei der Hessischen Landesregierung eingereicht für faire Prüfungsbedingungen im Sommersemester 2020. Sie fordern unter anderem eine Verlängerung der Bearbeitungszeiten von Hausarbeiten, eine flexible An- und Abmeldung von Prüfungen und eine besondere Berücksichtigung von Studierenden mit Betreuungspflichten. „Uns ist es aber wichtig, einheitliche und faire Regelungen für alle Studierenden zu ermöglichen, ob mit Kindern oder ohne Kinder“, sagt Back.

          Von den eingeschränkten Möglichkeiten zur Nutzung der Bibliotheken, Lernräumlichkeiten und Computer seien alle betroffen. Unsicherheiten über den Ablauf der Prüfungen, Verschiebung von Modulen auf ungewisse Zeit und monatelange Isolation stellten zudem eine große psychische Belastung dar. Schließlich beklagt Back einen Flickenteppich hinsichtlich der Prüfungsbedingungen an den Universitäten und Hochschulen. Da die Prüfungen unmittelbar bevorstehen, hofft sie auf eine schnelle Rückmeldung der zuständigen hessischen Kultusministerin Angela Dorn-Rancke und ein gemeinsames Treffen.

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