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Studie von Psychologen : Warum Diskriminierung von älteren Kollegen dem Unternehmen schadet

Frustriert: Ältere Arbeitnehmer, die sich nicht wertgeschätzt fühlen, behalten wichtiges Wissen lieber für sich. Bild: Picture-Alliance

Junge Mitarbeiter, die ältere Kollegen mobben, belasten nicht nur das Betriebsklima. Sie bringen sich auch um wertvolles Wissen, wie eine Untersuchung der Uni Gießen zeigt.

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          Wenn sich ältere Beschäftigte am Arbeitsplatz diskriminiert fühlen, schadet das auch den jungen Kollegen – weil jene, die schon lange dabei sind, wertvolles Wissen dann lieber für sich behalten. Das haben zwei Untersuchungen von Psychologen der Uni Gießen ergeben. An den Befragungen nahmen knapp 600 Arbeitnehmer teil.

          Sascha Zoske

          Blattmacher in der Rhein-Main-Zeitung.

          Nach Worten von Studienleiterin Ulrike Fasbender hängt die Bereitschaft, Erkenntnisse mit Kollegen zu teilen, stark davon ab, ob die älteren Mitarbeiter sich wertgeschätzt fühlen. Sei das nicht der Fall, fühlten sie sich verunsichert und behielten ihren Erfahrungsschatz lieber für sich. Auf diese Weise könne einem Unternehmen wertvolles Wissen verlorengehen, und jüngere Angestellte könnten sich nicht weiterentwickeln, indem sie von den Älteren lernten.

          Helfen Angebote zur Personalentwicklung?

          Die Wissenschaftler haben auch darüber nachgedacht, wie sich solche Effekte verhindern lassen. Naheliegend war der Schluss, dass es vor allem darauf ankomme, Altersdiskriminierung zu verhindern. Daher untersuchten die Forscher die Wirkung verschiedener Angebote zur Personalentwicklung, vor allem Weiterbildungen und Zugeständnisse an ältere Mitarbeiter.

          Die Befunde seien allerdings ernüchternd, hieß es: Zwar seien die Angebote als nützlich empfunden worden, sie hätten jedoch nicht den Hemmungen der Älteren entgegengewirkt, ihr Wissen zu teilen.

          Link zur Publikation

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