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Schwieriger Berufseinstieg : Arbeiterkind bleibt Arbeiterkind

Ruhrgebiets-Charme: Szene aus Duisburg 1965 Bild: Picture-Alliance

Wer keinen Akademiker-Hintergrund hat, studiert seltener. Lassen sich die Nachteile einer bestimmten Herkunft nach der Uni abschütteln?

  • -Aktualisiert am
          6 Min.

          Mehr als 80 Bewerbungen musste Natalya Nepomnyashcha verschicken, bevor sie eine Stelle bekam. Dabei hatte sie einen Masterabschluss aus Großbritannien und zwei vorangegangene Ausbildungen vorzuweisen. Die Stelle, die sie schließlich ergatterte, war befristet und nicht in dem Feld, das sie eigentlich anstrebte. Wenn die 30 Jahre alte Frau, die heute als Unternehmensberaterin arbeitet, auf ihren eher holprigen Berufseinstieg zurückblickt, sieht sie Gründe dafür: „Ich hatte überhaupt keine Kontakte und kein Netzwerk.“ Keiner habe ihr je erklärt, welche Art von Praktika wichtig seien oder mit wem sie in Kontakt treten könne, um ihre Chancen auf gute Stellen zu erhöhen. Sie und ihre Familie waren 2001 als sogenannte Kontingentflüchtlinge aus der Ukraine nach Deutschland gekommen, ihre Eltern leben bis heute von Harz IV. „Auch das Selbstbewusstsein hat mir gefehlt“, sagt sie.

          Viele Menschen, die einen sogenannten schwachen sozialen Hintergrund haben, müssen beim Berufseinstieg Schwierigkeiten überwinden. Während der Schulzeit und des Studiums gibt es zwar eine Vielzahl an Programmen, die diese Menschen auffangen können; sehr bekannt ist etwa „Arbeiterkind e.V.“, ein Verein, der niedrigschwellige Angebote bietet, die junge Menschen zu einem Studium ermutigen sollen. Auch viele Förderwerke haben spezielle Stipendien für Kinder aus Nicht-Akademiker-Familien. Aber ist es damit erledigt? Was kommt danach? Viele Menschen, die aus Arbeiterfamilien stammen, berichten jedenfalls, dass das Berufsleben und besonders der Berufseinstieg sie ebenfalls vor große Hürden stellen.

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